ANTIKRITIK GEGEN A. W. VON SCHLEGEL. 159
scheint eine solche Darstellung zu erblicken und entdeckt darumin der Handhabung und Auslegung der Stellen leicht Mängel. EinBeispiel wird die Sache ganz deutlich machen. Bei Jornandesrindet sich eine Erzählung von dem Tode des Ermanrich, diemit der Sage Übereinstimmung hat; diese ward angeführt unddie Übereinstimmung gezeigt. Ammian. Marcellin hat eineandere Angabe, der Mascov folgt, da sie aber auf die Sagekeinen Bezug hat (wenigstens sehe ich keinen darin), so istklar, dass sie nicht durfte angeführt werden. Es geht michhier weder an, wer mehr Glauben verdiene, der von Hrn. vonSchlegel zu sehr verachtete und für die Sagengeschichte wichtigeJornandes oder Ammian. Marcellin, noch ob sich beide ver-einigen lassen. Dennoch erhalte ich [S. 753] den Vorwurf, dassich letzteren übersehen.
Aus diesem Missgriff sind viele Blätter mit überflüssigemTadel gefüllt. Das Wichtigste daraus will ich bemerken. Natur,lieh wird mir zuerst [S. 748] im Allgemeinen vorgehalten, dassich die Zeugnisse nicht nach Graden der Gültigkeit geordnetoder es an Kritik fehlen lassen, d. h. dass ich hier keine Rücksichtdarauf nahm, wo das Zeugnis stand, bei einem beglaubigtenGeschichtschreiber oder einem [aus] der Sage und Mythe aufge-nommenen. Im Einzelnen wird dann [S. 749 f.] behauptet, ich 275hätte untersuchen müssen, ob des Paulus Diac. Angabe von demUntergang Günthers durch Attila auch in Wahrheit begründetsei, und dem Sidonius Apollin, den ich nicht einmal genannt (dieStelle des Hrn. von Schlegel steht bei Mascov), Glauben bei-messen, wornach vielmehr die Burgunden damals mit dem Attilagestritten. Weil ich nun den Paulus Diac. u. a., die mir mitder Sage zu stimmen scheinen (worin ich mich hätte irrenkönnen), anführe, so behauptet auch Hr. von Schlegel, dass ichihre Angabe für ausgemacht halte. Was ferner die geschicht-liche Deutung Dieterichs von Bern betrifft, so scheine ich meinemGegner [S.751] nicht im Klaren; eigentlich habe ich nichts darübergesagt. Ich sehe allerdings eine Beziehung des sagenmässigenDieterichs von Bern auf Theodorich den Grossen, ja, ich habeselbst S. 228. 229 den Zusammenhang der Amaler mit denAmelungen unter den Zeugnissen angeführt und konnte daher