ANTIKRITIK GEGEN A. W. VON SCHLEGEL. 157
werfen; wo wir im Zusammenhange dargelegt, würde sie nichtwie dort lauten; indessen können wir der von Hrn. v. Schlegeldagegengestellten kaum in ein Paar gelegentlichen Bemerkungenbeistimmen. Wir glauben nicht, dass, was man an Zeitalternund Völkern rühmt, sich bei näherer Betrachtung in die Eigen-schaften und Handlungen einzelner Menschen auflöse, auchnicht, dass die Poesie durch solche Einzelmenschen erfunden,noch dass die, welche das Epos den Völkern verkündigten, wiees hier in gewähltem Ausdrucke heisst: bei absichtlichen Ver-schönerungen ihre eigenen Vertrauten waren. Doch ist diesauszuführen hier nicht der Ort. Fast noch stärker erklärt sichHr. von Schlegel gegen einige etymologische Versuche. Diesehaben überhaupt das Eigene, dass eine gewagte Behauptung, 272die dabei nicht ganz zu vermeiden ist und der man oft nichtansieht, wie vielfach sie überlegt worden, seltener vorkommt, alsvon solchen, welche sich gerade nicht damit beschäftigen, einleichtes und vorschnelles Absprechen, dem ein jeder von Hansaus gewachsen zu sein ohne Anstand glaubt. Ich sehe es daherin einem milderen Lichte, wenn Hr. von Schlegel [S. 755] sagt:Etymologie sei eine Klippe, die wir „niemals" berührten, ohnezu .scheitern. Wie es in solchen Dingen geht, eben auf dieKenner berufen wir uns, wie Hr. von Schlegel, und ich willfür diese nur ein Beispiel bemerken. Da es gerade dasschlimmste ist, das unser Gegner weiss, wird er mich nichttadeln dürfen, dass ich es wiederum als das beste für uns aus-wähle. Von J. G. waren S. 81 und 82 einige Worte überTeut und Mann gesagt; dass Hr. v. Schlegel [S. 738] in dem, wasaugenscheinlich eine blosse Anregung (nach dem eigenthüm-lichen Recht der Zeitschriften) ist, ein „tumultuarisches Abthun"der Sache bemerkt, hätte weiter nichts auf sich, aber es wirddaselbst nebenbei erinnert, dass in ho-mo die zweite Silbe mitunserem Mann übereinkomme, indem ho der alte morgen-ländische Artikel ist, der in ne-mo wieder weggefallen. Einebekannte Sache, welche Sprachforscher, wie Morhof, Ihre,Adelung, ausführlich gezeigt: die Vennuthung an sich hat einenhohen Grad von Wahrscheinlichkeit, ihre Statthaftigkeit aberist ausser allem Zweifel. Indes behauptet Hr. von Schlegel,