150 ÜBER DEN URSPRUNG DER ISLÄNDISCHEN POESIE VON RÜHS.
die Sache so auf, dass jeder meint, der Rec. habe bloss ge-sagt, nagli und spik heisse Schlüssel, und habe clavus mitclavis verwechselt, was ihm nie einfallen konnte; zu spik clavusbemerkte er sogar die verwandten deutschen Ausdrücke: Spitze,Speiche, wozu noch näher Spiecker kann gefügt werden. —2) Er verschweigt, dass Rec. ihn ganz widerlegt hat; ja er trägtkein Bedenken, jetzt, was ihm dort vom Rec. bemerkt war,als müsse er ihn hierin belehren, wieder vorsagen zu w r ollen:S. 7 „nagli isl., naegl ags., nagel schwed. und negldän. heisst clavus und unguis." Dabei sind aber zwei Irrthümereingeflossen, denn das nord. nagli clavus heisst nicht auchunguis, sondern nagl, nögl ist das Wort dafür; und umge-kehrt das dän. negl heisst, soviel Rec. weiss, bloss unguis,nicht clavus, wofür das oben bemerkte nagle vorhanden ist;nur das ags. und schwed. Wort haben beide Bedeutungenzugleich. Rec. sähe demnach seine Fehler nach anderen Seitenhier von Hrn. Rühs zweifach begangen. —
11. Rec: Sefi Gemüth, in mannigfache Worte über-gegangen (Zusatz: d. h. Wurzel derselben) und verwandtmit dem schwed. Sef, Sefe Ruhe. Hr. Rühs führt dieseWorte des Rec. also an: „Sefi, Sefa soll das schwed. Sefesein. Das ist nun wieder durch einen etymologischen saltomortale herbeigeholt, aber zum Unglück ist auch im Ags. syb,223sybbe Ruhe" (Bemerkung des Rec, als gebe es nicht ver-schiedene Formen, Ihre hat aber bei sef auch das ags. syb),„Ihre führt es nur als Wurzel einiger Ableitungen an." Mansieht, dass Rec. nichts anderes gesagt hat: säfwerlig tran-quillus, säflighet animi moderatio sind schwedische Wörter.
12—17. Was nun folgt, Bemerkungen des Hrn. Rühs zuseggr (er sieht verächtlich auf das gl. edd., dem Rec. bei-stimmte, dessen Werth Hr. Rühs nicht kennt), snotr, sunna,thengil, thulr, vang, angr ist bloss eine andere Form (vergl.Ihre v. aeng), enthalten gar nichts, was nur den Schein einesBeweises für seine Behauptungen hätte, oder wo er da ist, be-darf es zum Urtheil nur der leichtesten Kenntnis, z. B. beithulr (die gewöhnliche Form aller Glossarien, der Edda, Niäla,Olafsens). Da meint Hr. Rühs, es komme zwar beim Gud-