ÜBER DEN URSPRUNG DER ISLÄNDISCHEN POESIE VON RÜHS. ]51
mund thylia vor in der Bedeutung von reden, aber Ihre be-hauptet, es heisse nugari. Das soll also widerlegen. Nichteinmal das deutsche dahlen, thalen, das Rec. als entsprechendbemerkte, brachte ihn darauf, einzusehen, dass das Wort beidenahliegende Begriffe zugleich enthalte (überdies hatte das gl.edd.: thylia fabulari, sermones fundere und das treffliche derNiäla: thylia perlegere, perorare, thulr lector, orator). Sobleibt ihm denn auch der ganz klare Zusammenhang mit demprovinziellen tule ein Possenmacher, nugator unbegreiflich,er aber dabei, „das Wort möchte doch wohl aus Ags. ge-borgt sein", während es eins seiner unglücklichsten Beispieleist. Rec. kann in nichts von seinen Erklärungen abweichenund bittet bloss, was er gesagt, dagegenzuhalten.
18. 19. Ganz nothwendig ist eine Vergleichung mit desRec. Worten bei dem, was Hr. Rühs zu tungl und sigli (auchbei Mi mir) anführt. Blosse Vermuthungen des Rec, denener noch jetzt beistimmt, werden ohne Weiteres als Gewissheitund mit anderen Worten vorgetragen.
Auf das, was nun folgt und was Hr. Rühs gegen die An-225sieht des Rec. sagt, antwortet er nicht, wie in der vorigen Re-cension; selbst wenn er wollte, würde es nicht angehen, weildie eigenen Worte des Hrn. Rühs, die er doch anführen müsste,den Anstand beleidigen. Folgendes lässt sich noch herausheben.Rec. sagte: „das nord. und ags. Wort, das Hr. Rühs imSinn hat (Zusatz: oder haben sollte), heisst veria und müssteveriandi bilden." Hr. Rühs übersieht, dass beim Rec, fallser die ags. Form hätte anführen wollen, werjan dastehenmüsste, und schreibt ihm kurz die Worte zu: „das angel-sächsische Wort, das Hr. Rühs im Sinne hat, heisst veria",hilft sich auch leicht, indem er wiederholt, was schon im Buchesteht, dass die Ags. auch weardan hätten, und was zu be-zweifeln dem Rec. gar nicht einfiel; nur citirt er sein ags.Lexikon. Die Norne Verdandi vom nord. varda, welchesdem ags. weardan entspricht, abzuleiten ist auch unstattbar,weil es ja vardandi heissen müsste. — Den Bemerkungen desRec. über Urd ist es nicht besser ergangen; Hr. Rühs lässtihn bloss behaupten: „das isländ. Wort für Schicksal sei orth."