Druckschrift 
2 (1882)
Seite
136
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136 SENDSCHREIBEN AN GRÄTER.

S. 431 liest man in einer Note meines Buchs: ThomasBartholin in seinen mit eben so viel Belesenheit als Ge-schmacklosigkeit geschriebenen antiquitates danicae fällt ein(und das muss der Rec. selbst eingestehen) geschmacklosesUrtheil. Ich fordere jeden auf, der den Bartholin wie ich auf-merksam und mehrmals gelesen, ob dieses Urtheil nicht durch-aus gerecht ist. Gelehrte Samminngen sind an einen Gedankenganz locker gereiht, der nirgends als die eigentliche und leitendeIdee heraustritt, kurz es ist, wie man sich ausdrückt, kein Buch,nur ein Haufen Collectaneen, sehr wunderlich registrirt. Hiernun schämt sich mein Rec. nicht der offenbaren Verdrehung:und Unredlichkeit und spricht [S. 181]:Hr. Grimm kannnicht umhin, dasselbe zum ersten Mal unter allen Dänen,.Schweden, Isländern, Engländern und Deutschen, die seinergedenken, mit dem Namen eines geschmacklos geschriebenenBuchs der Verachtung preisgeben zu wollen". Sonimmt er von dem Schwarz und Weissen, das gleich gross inmeinem Urtheil steht, das Schwarze allein heraus und legtihm eine gemeine Absicht unter, oder er leert in der Wagedie schwere gute Hälfte ganz, lässt die andere darin, wirft nochzu und ruft nun meine Gerechtigkeit aus.

Damit schliesse ich und bitte nur den Recensenten, fallser noch einmal etwas von mir recensirt, die Paar Silbergroschen,die er in scheinbarer Grossmuth und Unparteilichkeit unterden Schmutz wirft, zurückzuhalten; ich mag sie nicht aufheben,sie würden mich nicht reich machen noch für meine Schuldenausreichen, vielleicht auch sind sie des Scheins wegen blossweiss gesotten und sonst falsch. Ich meine die eingestreutenlobenden Worte.

Cassel im Februar 1813.

W. C. Grimm.