134 SENDSCHREIBEN AN GRÄTER.
meines Buchs [= Kl. Sehr. I, S. 211] auf, da wird man zwei Notenfinden, die *, welche Pasquiers Urtheil über die trojanische Ab-kunft der Franken enthält (in meiner kleinen Abhandlung darüberfindet Reo. nichts Neues, was ich auch sehr wohl begreife, dader Druckfehler, den er in der Nähe vermuthete, ihn geblendethaben wird, überhaupt: wäre nicht zu vermuthen, dass die ganzeunverständige Recension in der betäubenden Freude über erwarteteDruckfehler entstanden sei?), und eine andere ** zu der imText erwähnten Blomsturwallasaga, der Trunkene sieht (vgl.Recension S. 186) nur die zweite **, hängt sie dem Text zuNote * an und fragt nun vergnügt, was ich für tolles, dunkelesZeug schreibe, und ob Meister ßiörn die Sage von der tro-janischen Abkunft der Franken nach Norwegen gebracht.
§ 9.Bei allem Vorangehenden war immer noch ein Spass übrig,es war als hätte die Eitelkeit den Recensenten benebelt undzu so wunderlichen Übertreibungen verleitet, die er einmal,wenn er noch einige Zeit fleissig ist und lernt, bei ruhigerPrüfung, die hier nur als eine Redensart vorkommt, fühlenwürde: nur muss er sich noch besonders abgewöhnen, zuglauben, ihm komme in diesen Sachen die erste Stimme zu.Bei dem Folgenden aber ist es anders, und ich muss leider ernst-haft endigen.
Es gibt eine doppelte Verehrung der Verdienste, selbst dergrössten, eine solche, die mit Bewusstsein achtet und weiss,warum sie achtet, und die kein menschlicher Fehler irr macht,49und eine andere, die blind ist und unfähig einen Fehler zusehen; jene ist allein dauerhaft und fruchtbar, diese ist fastimmer eine taube Schale, die sich um den Kern drängt undselbst nichts hervorbringt, ausserdem ist sie der Gefahr ausge-setzt, umzuschlagen, sobald Persönlichkeit, gereizte Eitelkeitoder dergleichen ins Spiel kommt; sie fällt dann in Hass undWiderwillen, der wieder so blind wird, dass er alles freie Ur-theil zernichtet. Recensenten mit solcher Gesinnung sind inder ersten Periode die Liebreichen, Alles-Gutmacher, die Zu-duttler, Erstauner, in der zweiten diejenigen, die unter irgend