Druckschrift 
2 (1882)
Seite
129
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SENDSCHREIBEN AN GRÄTER. ] 29

Buch recht correct finden) und schrieb daher jeden etwasschwierigen Namen noch einmal mit lateinischen Buchstabenbesonders auf oder neben bei. Sodann bei der Übersetzungaus dem Isländischen wollte ich aus übergrosser Genauigkeitdie Declination, wie sie im Isländischen vorkommt, stehenlassen, wie man ja auch wohl Jovis usw. sagt, was freilichnicht nöthig war. Ich sagte daher, wo der nom. war, Hogni(S. 427. 432) und im gen. (S. 482 ff.) Heimis Hornboga, Hogna.Bei dem Fragment aus der Hervararsage war es ebenso: zuIngibiorg (den nom. hatte ich cap. 4 schon vor mir und inHrafhborg S. 320 der Rec. vor sich), als der dat. vorkam:Ingibiorgu den Ring zu bringen, schrieb ich zufällig noch mitlateinischen Buchstaben den Namen neben an; der Correctorglaubte sich daher verpflichtet, überall dahin abzuändern, undso kommt jetzt Ingibiorgu als nom. und acc. vor. Ich habes bei den Druckfehlern nicht bemerkt, in meinem Exemplarwar längst alles corrigirt. Was thut nun mein Recensent, dassanderwärts ich im nom. Hogni geschrieben, übersieht er nachseiner ehrlichen Sitte wieder, meint, der offenbare gen.masc. sei die weibliche Form, und gesteht, dass er inähnlichem Fall selbst so geschrieben Wohlklangs wegen. Da-bei ist ferner, dass, spricht er bloss von Namen, es auch männ-liche gibt, die auf a ausgehen, z. B. Sifka Vidga in der Wil-kinasaga und weibliche auf i, wie: Signi Skadi, spricht eraber allgemein, dass a nicht ausschliesslich das fem. anzeigt,da auch neutra auf a ausgehen (wie hiarta, auga, Rask. S. 30),so wie umgekehrt i nicht ausschliessend das masc. anzeigt, daes auch fem. auf i gibt (z. B. byrdi, heidi, Rask. S. 50). Nunborg' ich mit einer vernünftigen Abänderung die Redensart desRec. [S. 188]:ein wahrer Beweis, wie es scheint, dass derRec. wenigstens zur Zeit der Abfassung der Recension diescandinavische Sprache erst zu lernen angefangen hat und be-sonders die Declinationen noch nicht verstand".

W. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. II.