SENDSCHREIBEN AN GKÄTER. 125
seiner Poesie fördern muss, möglich machen. Theilnahme, dieuns entgegengekommen wäre, fanden wir hier so wenig, dassselbst solche, die für diese Litteratur enthusiastische Gaukel-sprünge aller Art gethan, lieber sich das Gegentheil offen undversteckt zur Pflicht machten. Jetzt bitten wir diese zuschweigen, bis das Werk erschienen ist, von dem ich ungernnoch öffentlich rede, dann aber, wo sie nicht ebenso aufSchweigen bestehen, mit jeder Art von Schärfe zu kritisiren,wozu Anlass nicht fehlen wird.
Dies frei zu sagen, dazu hat mich bloss die Gelegenheit,nicht mein Eecensent bewogen, der leicht abzufertigen ist. 39Wollte er ohne Bedacht reden, so hat er es getroffen. Errechnet nämlich, dass ein Fehler gegen das Isländische, dersich im Buch befindet, zeige, ich habe erst bei Erscheinungdes Buchs 1811 angefangen, die skandinavischen Sprachen zulernen. Und doch, was war natürlicher zu denken, als dassbei einem so starken Buch der Druck ein halb Jahr wegnahm,dass das Manuscript noch früher musste abgeschickt, endlichnoch früher ausgearbeitet werden und demnach anders zurechnen wäre; ausserdem aber will ich ihm noch sagen, natür-lich ohne es ihm anzurechnen, dass das Manuscript beinah einJahr früher zum Druck nach Sachsen abgeschickt war, erst beieinem anderen Buchhändler lag 1 ) und im Winter 1809—1810eigentlich fertig gearbeitet worden, nur ein Paar Noten undEinzelheiten sind nachgesendet. Ich habe damals in dem An-hang ein bedeutendes Stück aus der Wilkinasaga, wenn derRec. vergleichen will, kann er sich leicht überzeugen, nach demnordischen Original, nicht nach der schwedischen Übersetzungverdeutscht, das lässt er ruhig, aber in einer metrischen Stropheder Hervararsage, die ich gleichfalls darin übersetzt, hat ereinen Fehler entdeckt. Dass, wie er selber gesteht, ich michwieder ans Original gehalten, aus Grundsatz, um an die Quellezu gehen, und, weil ich mich überzeugt, dass die schwedischeÜbersetzung an einigen Orten frei und ungenau war (ich habewirklich in derselben Strophe eine Stelle schon genauer über-
') Eec. kann sich immer in portofreien Briefen bei Herrn Zimmer dar-nach erkundigen.