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2 (1882)
Seite
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124 SENDSCHREIBEN AN GRÄTER.

Gudmuncl Andrea (die Glossarien bei den Ausgaben des In-stituts bekam ich erst nach und nach eigen) kein anderes Hilfs-mittel als die Grammatik von Runolf Jonson, sie ist aber sodürftig und verwirrt, dass man mit dem besten Willen nichtfortkommt. Die erste Regel war, an den Quellen selbst zulernen, so schrieben wir uns vor sieben Jahren, als wir diejüngere Edda noch nicht besassen, den blossen isländischenText von dem Göttingischen Exemplare und späterhin BiörnersKämpa-Dater ab. Bei einer Sprache, die so einfach in demPeriodenbau (der Prosa) und so viele Worte noch ohne Zu-sammensetzungen klar erhalten, bringt man es wohl zu einemVerständnis, in welchem man Prosa bald und dann, was nichtallzuschwer und verwickelt ist in den Gesängen, liest. Es gibtaber ein genaueres Verständnis, welches bei einzelnen zweifel-haften Fällen und im Detail sicher ist, weil es nach bestimmten38 Regeln die Schwierigkeiten (alle niemals) zu lösen weiss. Diesesgenauere Verständnis verdanke ich erst der trefflichen Gram-matik von Rask *), worin namentlich die verwickelte Declinationder Subst. Adject. und Pronomina klar sich zeigt, und welcheich nun schon zwei Jahre gebrauchen kann 2 ). Als wir dieEdda bestimmt anzeigten, befanden wir uns durch die liberalsteGüte in dem Besitz der wünschenswerthesten Hilfsmittel, wovonwir am gehörigen Ort reden werden, die uns ein Gelingen ver-bürgten, soweit es Eifer und Liebe zur Sache, Entferntheit vonreichen Sammlungen und selbst von dem Land, wohin jeneLänder gehören und dessen Anschauung auch das Verständnis

! ) Was ich früher daher aus dem Isländischen übersetzte, kann solcheeinzelne Fehler in sich tragen, manche Arbeit zur Übung, die zum Nachtheildes Eec. nie für den Druck bestimmt war, wie z. B. eine Übersetzung derganzen Hervararsage nach dem Originaltext, darum, was gelegentlich gedrucktist [s. Kl. Sehr. I, S. 171], einzelnes aus der Edda bloss nach dem isländischenText, verwerfe ich selbst jetzt als unrichtig oder ungenau,- ich glaube gegenmich strenger zu sein als gegen andere.

2 ) Wer besseres Talent, als ich, zur Erlernung der Sprachen hat, kann insolcher Zeit ganz andere Dinge thun. Hören wir Hrn. Gräter, was er von sichin seiner Alterthumszeitung 1812, No. 6 sagt:in weniger als zwei Jahrenhatte ich mich der dänischen, schwedischen, isländischen, englischen undholländischen Sprache so weit bemächtigt, dass ich die Lieder der Scaldenin ihrer Ursprache lesen, die sämmtlichen Commentare derselben vergleichenund gründliche Resultate aus beiden zu ziehen vermogte".