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2 (1882)
Seite
122
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]22 SENDSCHREIBEN AN GRÄTER.

§ 5.Was den Rhythmus betrifft, behauptet der Kec. [S. 175],ich habe nicht immer die gefällige Treue beachtet, der Aus-druck ist schwankend und mag vorbeilaufen. In einem hat erRecht, wenn er nämlich sagt, ich irre sehr, wenn ich etwasFalsches, was er S. 173 ausführt, glaube, nur darin hat er Un-recht, wenn er sich einbildet, ich glaube es, ich habe dasGegentheil ausdrücklich in der Vorrede angedeutet, hier setz'ich hinzu, dass ich Volkslieder genug singen gehört und zwarvortrefflich (ein Freund [August v. Haxthansen] wird eineschöne Sammlung solcher Volksmelodieen einmal herausgeben)*),und dass nichts natürlicher ist, als dabei zu bemerken, wie ummehrerer Accente willen, die beim Lesen deutlich sind und denVers offenbar erweitern, doch die Melodie sich nicht darumwesentlich ändere, sondern die Worte wieder zusammenfasse,n der Gesang hat den los zusammengehaltenen Rhythmus durch sein36 Darüberschweben wieder verbunden", so drück'ich mich S. XXXV[Kl. Sehr. I, S.196] in der Vorrede aus, deutlich genug für jeden, dernur irgend weiss, wovon die Rede ist; aber es wird auch wiedereine dunkele Stelle sein, wobei der Rec. glaubt, sich eine Ehrezu erzeigen, wenn er sagt, er verstehe sie nicht, es war' aberauch anders auszulegen. Um ein Beispiel zu geben, führt eran, in Marstigs erstem Lied erkenne man das Silbenmass desOriginals nicht wieder, ich kann geradezu antworten, dass esnicht wahr ist, Beweise brauch' ich nicht zu widerlegen, weiler keine anführt; ich verspreche aber, wenn er mir Freiheitenzeigt, darzuthun, dass sie sich, wo nicht immer an derselben,doch an anderen Orten finden, da ich vor der Übersetzung dasSilbenmass untersucht. Was er speciell aus dem Lied vonder Elfenhöh anführt, vergleiche er einmal mit dem Original,er wird finden, dass es sogar bis auf einige Kleinigkeiten mitdiesem übereinstimmt und ihm nachgebildet ist; z. B. du stehauf, du stat op. Dass ich bei Str. 5 einen Accent mehr habe,als das Original, ist richtig, allein wenn er nur einige Blätterumschlägt, wird er an anderen Orten in einem Halbvers auchfünf, in einem anderen nur drei (z. B. det var iomfru Gloriant)

*) [Vgl. Westfälische Volkslieder in Wort und Weise, hgg. von Alex. Eeiffer-scheid, Heilbronn 1879.]