SENDSCHREIBEN AN GRÄTER. 117
erste übergeht ihn ganz, der zweite übersetzt ihn aus demKopf, indem er etwas dazu setzt: und horcht den süssenTönen, wovon keine Silbe da steht, van freilich findet mannicht im dänischen Wörterbuch, aber es ist das isländischevanr, englisch wont, deutsch gewohnt, und kommt nocheinmal in den Kämpe-Viser S. 110, V. 32 vor, wo es gleichfallsnicht anders kann erklärt werden. — Str. 5:
striden ström den stilles derved, som förre var van at rinde,de liden smaa flske i floden svam, legte med deres finde.
Die erste Zeile, wie vorher falsch, die zweite übersetzen beidegleichfalls mit einem argen Fehler: spielten mit ihren Feinden,da Feind doch dreisilbig fiende heisst und finde hier offenbardurch finne Flossfeder muss erklärt werden. — Str. 6 inmeiner Ausgabe fugle i floden, hier muss i lüften emendirtwerden, wie ich übersetzt habe; aus Jamieson I, 226 sehe ich,dass eine andere Ausgabe i skofven liest, wie Gst. und H.haben. — Str. 8 basse, beide lassen das Wort aus, das sichaus dem isländ. bassi, aper, s. Gudm. Andr. erklärt. Jetzt hatman im Dänischen Vildbasse. Übrigens sehe ich aus Hailager,dass basse in Norwegen auch ein Bär heisst. Str. 9 alt i denelver faerd, Gst. lässt es aus, H. versteht es nicht und setztdafür: zu buhlen ihr Herz begehrt; es heisst auf dem Elfen-zug, auf der Fahrt oder auch Fährte, wie man am Morgennoch ihre Spuren in dem bethauten Gras zu sehen glaubt. Altsad fauren unger svend. H. übersetzt: der muntereJüngling, frei, ohngeachtet er hier gewiss die Worte verstand,aber ganz zerstörend den Sinn des Lieds, wo ein Träumender,Herzbeklemmter da sitzt. Str. 10 wird von beiden stattscharfes Messerlein nur Messer gesagt. Str. 11 at hanenhavde slaget sin vinge: dass der Hahn hätte geschlagen3iseinen Fittich. Gst. und H. übersetzen auch wohl aus Miss-verständnis: dass der Hahn krähte, denn dass es so etwassein musste, darauf führt der Zusammenhang nothwendig, unddass das Krähen zuletzt durch das Schlagen der Fittiche sollangedeutet werden, glaub' ich selber; allein wie viel lebendigerund poetischer daher ist es, wenn die Bewegung dabei ausge-drückt wird. War hier ein Flickwort erlaubt, so war es: so-