112 SENDSCHREIBEN AN GRÄTER.
fängt sich in der grossen und leichten Maschine, dreht sie aufdie Seite und herum). Sogar lässt er sich verleiten zu sagen,dass ich in Jahresfrist, in welcher ein anderer, der das nonumprematur in annum vor Augen hat, kaum ein Lied zu be-friedigender Vollendung bringe, ihrer hundert auf einmal druck-gerecht zu machen verstehe; ich schlage ihm daher vor, dieÜbersetzung der 122 Lieder jenem reisenden Schwaben zu über-tragen, der bekanntlich 200 Städte gesehen und in jeder einJahr gelebt. Gut indessen, jedoch stillschweigend, widerlegtder Rec. den Vorwurf selber, indem er keinen einzigen Fehler25 gegen das Original aufzubringen weiss (s. § 4), auch von Fleissspricht; denn dass Übereilung mit genauer Richtigkeit nichtbestehen könne, begreift er nöthigenfalls selber. Ihm gegenüberwill ich thun, was ich kann und darf, aber aus freien Stückennicht gern thue, mich meiner Aufmerksamkeit, Arbeit und Müherühmen, deren ich keine gespart. Alte Ausdrücke, die keindänisches Lexikon erklärt, habe ich in verwandten Sprachen,namentlich im Nordischen gesucht und daraus manchmal, wieich hoffen darf, genügend erklärt. Ich habe mit einem gelehrtenDänen [Steffens] über manchen Ausdruck zu sprechen Gelegen-heit gehabt, über die schwierigen ein Register gehalten undbin mir bewusst, keine leichtsinnige Arbeit gegeben zu haben.Dennoch habe ich mir nie eingebildet, dass sie ganz fehlerfreisei, was schwerlich eine Arbeit dieser Art, die so gut als garkeine Vorarbeiten benutzen konnte, sein kann, ich selber theileim Anhang einige Verbesserungen mit, die ich theils Freundenverdanke, theils rühren sie von mir. Nur dieser Rec. hat nichtsfinden können, und ich fordere ihn auf, wo er etwas weiss, esöffentlich anzuzeigen, ich habe aber ein Gefühl, als wisse ernichts, und er habe den Ausdruck: „hin und wieder sei derSinn sonderbar verfehlt " [S. 176] nur auf gut Glück gebraucht.Hofft er jetzt noch zu finden und macht sich ans Suchen, sorath' ich ihm, sich genau vorzusehen, ehe er losschlägt, dennbei schweren Fällen habe ich, so gut ich konnte, die Sacheüberlegt, und einigen Grund wird die Übersetzung immer haben".Findet er wirklich etwas, soll mir's lieb sein, ich würd' ihn auf-muntern zu der Arbeit, hätte ich mehr Vertrauen zu ihm.