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2 (1882)
Seite
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96 DIE EDDA VON FR. RUHS.

darum besser stehen; dieser Auszug gehört nicht hierher. Wasauch sonst vorgetragen wird, ist von anderen schon so ziemlichgesagt oder geglaubt worden, das Ganze ist auf jene widerlegteHypothese zugeschnitten, daher wird die Anordnung bei dernächsten Wiederholung anders ausfallen müssen, selbst wennHr. Rühs neue Gründe für seine Meinungen entdeckt.

.977 Man wird daher dem Rec. nichts vorwerfen können, wenn

er die beiden anderen Abschnitte weder betrachten noch wider-legen will. Gegen die darin herrschende Ansicht hat er sichaus Gründen und bestimmt in einer anderen Recension dieserJahrbücher (Schriften über nordische Mythologie 1811. No. 49. 50)[= oben S. 1432] erklärt und kann darauf verweisen *); es wirdgenug sein, wenn er sich hier eben so bestimmt als Gegner desHrn.Rühs zu fast allen in dieser Schrift aufgestellten Behauptungennennt und keine einzige bedeutende für erwiesen erklärt. Was sollman auch dazu sagen, wenn es in dem Eingang der Abhandlungüber die Mythologie heisst, sie sei nicht als alter heidnischerGlauben des Volks, sondern als Hilfsmittel zur Dichtkunst,

978 d. h. vorsätzliche, leere Erdichtung auf uns gekommen, daraufmüsse man halten, wenn des Verf. Meinung bestehen sollte?Kann es, wo wir nur Christen darüber sprechen hören, anderssein, als dass jeder versichert, dies sei die wahrhaftige undglaubwürdige Religion nicht, sie dürfe man nicht für das Leben,nur für die Dichtkunst noch benutzen; nur den Glauben selbstnannte man irrig, niemand hat das frühe Dasein desselben ge-leugnet. Zeigt sich in den Gedichten selbst eine Spur, dass

') Wir können auch wegen der hier gelieferten Übersetzung der jüngerenEdda dorthin verweisen, da sie aus der dänischen, nicht aus dem Originalentstanden ist. Hr. Rühs gibt sie noch, nachdem er die Edda schon ver-nichtet zu haben glaubt, zu grösserer Bekräftigung; diese Beweisführung könnteuns die liebste sein, denn wir brauchten nur zu bitten, das alte Denkmal mitden Behauptungen des Hrn. Rühs zusammenzuhalten. Indessen geht diesnicht ganz, weil zum Studium diese Übersetzung nicht zu empfehlen ist unddazu das Original nöthig bleibt. Das Ganze ist nicht urkundlich abgefasst;einem schwierigen Ausdruck wird durch einen allgemeineren ausgewichen,gleich Refels Steig in der ersten Fabel durch fernen Weg übersetzt. FürDilettanten und das ungefähre Verständnis mag diese Arbeit ihren Werthhaben, den wir ihr gern lassen; jenen wird gerade die das Eigenthümlicheverwischende Umstellung der Worte in die übliche Folge angenehm sein.