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2 (1882)
Seite
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DIE EDDA VON FR. RÜHS. 95

und Schwedischen das Futurum formirt wird) durch Vergangen-heit, Gegenwart und Zukunft zu erklären. Dafür gibt Hr.Rühs folgenden Aufschluss: Urd sei Wyrd, das Schicksal,,fatum, aber dasselbe Wort, das auch im Angelsächsischen (word)und Altdeutschen (uyrd, wurt) existirt, heisst im Isländischenorth. Verdandi soll das Bewachende heissen, aber dasnordische und angelsächsiche Wort, das Hr. Rühs im Sinn hat,,heisst verja wehren und müsste verjandi bilden. Skuldsoll von skyldan beschützen herkommen, und demnach wäredie dritte Norne nur eine unnütze Wiederholung der zweiten,aber im Nordischen lautet dasselbe Wort Schilden skiola [skyla]und das Substantivum Skioldr Schild und nicht Skuld.

Die Widerlegung solcher allzu leichtsinniger Behauptungenführt etwas Unangenehmes mit sich, weil man die Mühe zuetwas Fruchtbarerem möchte angewendet haben. Indessen hatsich Rec. nichts erlassen wollen und er glaubt, was hier neuoder vielmehr in dieser Zusammenstellung neu erscheint, hinläng-lich betrachtet zu haben, so dass er sich einen Gegenbeweiseben so genau ausbitten darf. Diese Hypothese von der angel-sächsischen Abkunft der nordischen Poesie macht die Haupt-sache des zweiten hier gelieferten Abschnittes aus, der von derPoesie handeln soll, ausserdem geht noch voran ein Abschnittüber nordische Geschichte und Cultur und folgt einer übernordische Mythologie. Da, wie Eingangs gesagt worden, dierecensirte Idee noch die sorgfältigste Ausführung erhalten, sowird man hier keine eigentlichen Untersuchungen und neueResultate erwarten. Hr. Rühs hat gute, auch wohl selteneBücher benutzen können, aber von eigenem Quellenstudium 976und genauem Arbeiten, um es gerade herauszusagen, haben wirkeine Spur gefunden. Es scheint auch kaum möglich, in einemso beschränkten Raum sie mitzutheilen. Der Zusammenstellungdes Glaubens über Elfen und Zwerge wollen wir, weil wirauch etwas Geringes nicht verschmähen, dankbar erwähnen,wiewohl sie so wenig genau und vollständig ist, dass Rec. alleinsie zu einem eigenen Buche vermehren könnte. Für die Nach-richten über finnische Poesie haben wir dem Verf. schon beiseinem Werk über Finnland gedankt, wo sie ausführlicher und