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2 (1882)
Seite
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DIE EDDA VON FR. RÜHS. 91

borgen von irgend einem Theil, denn man müsste sogleich diemit anderen Sprachen übereinkommenden Wörter für fremdesEigenthum erklären. (Überhaupt sollte man mit der Meinungvon zufälligem Erborgen, wodurch alle in sich nothwendige Ent-wickelung, die zumal im Alterthum nichts hat abhalten können,ausgeschlossen wird, vorsichtig sein; uns wäre, wenn wir denReichthum der altnordischen Mythe und Sagendichtung be-trachtet, schon der Gedanken niemals möglich gewesen, dasalles für die Folge eines fremden, todten Abborgens zu be-trachten; viel kann eine Lüge vernichten, aber nichts aufbauen,und diese Bemerkung allein wäre dem Rec. genug gewesen,die Ansicht des Herrn Rühs für ungegründet zu halten; Rec.möchte aber gern andere davon überzeugen wenn er auchnicht hoffen darf, diesen Gelehrten selbst und darum musser ausführlich sein.) Eine solche Ansicht geben schon allge-meinere Gründe, indessen sehen wir glücklicher Weise dieSache durch eine genaue Untersuchung eben so entschiedenin der mehrmals genannten, fleissigen und gelehrten Preisschriftvon Olafsen. Er betrachtet darin unter anderen die Spracheder altnordischen Dichtung erstlich in dem Verhältnis zu ihrereigenen Prosa; nachdem er (S. 7480) in recht genauem undschätzbarem Detail mitgetheilt, was sich bloss in der nordischenPoesie, nicht in der gewöhnlichen Sprache findet, dennoch aberaus dem Kern der Sprache gewachsen ist, kommt er auf dieWörter, die fremden Ursprungs sind, solche, die man für Über- 972bleibsel einer vorgothischen Sprache gehalten, wovon er abermeint, sie seien von allen Seiten von Slaven, Finnen usw.gekommen, dann die griechischen Ursprungs, lateinischen, hie-nach angelsächsischen, doch sind es hier nur solche Wörter,welche die angelsächsische Prosa und nordische Poesie gemeinhaben, unten (S. 233) theilt er dann die Wörter mit, die sichin der angelsächsischen und nordischen Poesie allein finden,nicht in der Prosa beider Völker, ferner (S. 236) diejenigen,welche die angelsächsische Poesie bloss mit der isländischenProsa (der umgekehrte Fall von der Behauptung des HerrnRühs), nicht mit ihrer eigenen gemein hat. Oben werden end-lich noch Wörter aus der wallisischen und finnischen Sprache