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2 (1882)
Seite
88
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88 DIE EDDA VON FR. RÜHS.

der Theil steht hier nur für das Ganze, so viel als Schildes-Rand, wie häufig in den altdeutschen Gedichten. SefiGemüth, in mannigfache Worte übergegangen und verwandtmit dem schwed. Sef, Sefe, Kühe, und als Adject. pacatus,der sanftes Gemüthes ist. Seggr heisst eigentlich: qui gladioutitur, dann vir und poetisch: Kämpfer; es kommt aber vonsega, schwed. säga, deutsch: sägen und entspricht demdeutschen Säger. Skirr, schwed. skir und skär.Snotr klug, Ulph. snutrs, noch heute in Smäland: snoter.Spor, dänisch: Spor, Spör, schwed. Sporr, altdeutsch:Spur. Sunna, Sonne, Ulph. Sunna; dass das Wortauch sonst in Schweden und Dänemark bekannt, beweist Sun-dag und Söndag für Sonntag. *Thengil, Herr; wahr-scheinlich so viel, als Redner, der Recht spricht, von ThingaRecht sprechen, welches Wort in Thing durch alle nordischeDialekte geht. Thylr soll heissen isl. Thulr, Redner, deutsch:Erzähler, dänisch: Taler (s. Olafsen S. 7 und 72), dann imdänischen tale reden, im niedersächsischen teilen; verwandtauch mit dahlen. Thverra, verderben, kommt von quer,was quer geht, dies Wort aber ist in allen germanischen Dia-lekten: über twär als contrarius s. Ihre. Tungl (Himin-969tungl) Gestirn, schwed. Tungel, s. Ihre, der die Allgemeinheitdes Worts und die Abstammungen bemerkt, z. ß. tunglsiukr,mondsüchtig. Aber merkwürdiger Weise kommt derselbe Aus-druck Hebentungal schon in den altsächsischen Evangelienvor (s. Docen Miscellen II, 13), und es ist noch zu entscheiden,ob nicht das Wort mit unserem Zünglein übereinkommt undursprünglich Himmelszunge, ein sehr poetisches Gleichnis fürStern*), ist. Vang formirt von Anger durch vorgesetztes V,dänisch: Eng, Wiese. Verja, umgeben, dänisch: värge,deutsch: wehren.

Ein Wort ist übrig, das wir in keinem anderen Dialekt alsin dem angelsächsischen wieder finden, mithin das einzige,welches Probe hält: Sigli das Halsband, und hier klärt es sichvielleicht noch auf, dass es mit unserem: Siegel zusammen-hängt, welches sich schon bei Ulphilas findet. Nimmt man

*) [S. Briefwechsel zwischen J. und W. Grimm, S. 140.]