DIE EDDA VON FR. RÜHS. 85
denn es findet sich in denselben deutschen Wörtern sogleichder Beweis, dass ein anderer Zweig der Sprache sie noch hat,und darum allein schon gehören sie nicht hierher. Will man,wie unser Verf., schliessen, so dürfte man sich eben so gut dieBehauptung erlauben, dass aus dem Deutschen und nicht ausdem Angelsächsischen das Wort nach dem Norden gekommen.Weiter sind beide Wörter durch viele Sprachen verbreitet, lat.barba, slav. mit umgekehrten Buchstaben: brada, s. Adelung;Bier franz. biere, engl, beer, ital. bira. Endlich wird dasUnglückliche der Wahl durch den Zufall vollendet, dass dasWort, was die Dänen und Schweden für Bart gebrauchen»Skegg, Skiäg, nicht nur ausserdem den Isländern eigen ist(s. Gudmund Andrea), sondern auch den Angelsachsen: Sceagaund sceacged, isl. skeggiadr bartig, comatus. — Biollakommt von baula, belja, schwed. bälla, deutsch: bellen;bei den Minnesängern und in Gerhards von Schueren Teutonistakommt noch Belle für Schelle, Glocke vor; wie bei uns hatdas Verbum die Bedeutung von sonorem Klingen jetzt verloren.Klocke und das schwed. Klocka, das Hr. Rühs dagegen-stellt, ist aber wiederum nicht nur isl. Klocka, sondern auchangels. Clok. — Blota bezieht sich auf das heidnische Opferund heisst wörtlich: bluten, Ulphilas und andere haben nochblotan für opfern. — Blika hat in der nordischen Spracheeine doppelte Bedeutung: eine transitive, anblicken, undintransitive, deutsch: blinken, schwedisch: blinka; welche966auf diese Weise in den anderen Dialekten mit richtigem Gefühlunterschieden ist, offenbar ist blinka dasselbe Wort, ausserdemaber ist die intransitive Form auch im Altdeutschen durchblicken ausgedrückt, denn das Junius. Gloss. hat pleckazzanmicare und blic fulgur. — Dyna; erstlich ist das deutschetönen dasselbe, dann aber das Wort auch schwedisch donaund im Gedicht vom Heil. Anno diunan vorhanden. — Erjapflügen, schwed. äria, altdeutsch: eren. Man sieht, wieschnell Hr. R. sich entschieden, wenn das Glossar nicht gleichunter demselben Buchstaben das Wort gab. — Färth Kriegs-zug, altdeutsch: Färd, Kämpeviser S. 91. Deutsch: Fahrt. —Faxi Mähne, Cotton. Evangelien: Fahs (b. Nyerup Symb. ad