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2 (1882)
Seite
83
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DIE EDDA VON FR. RÜHS. 83

könne, dass es hier ganz gleichgültig, ob die Alliteration einallgemeines Gesetz in Deutschland gewesen, es spreche nochmehr gegen ihn, wenn es bloss bei den Sachsen gegolten, wasübrigens zu leugnen ist, und dass in diesen Gedichten nichtbloss dem Namen nach, sondern unzweifelhaft das angelsächsisch-nordische Metrum vollständig vorhanden sei. Wie in dem Bam-berger Manuscript der Evangelien, ist in dem Casselischen dieAlliteration sogar durch Punkte angedeutet, und es fällt garnicht schwer, das Gedicht darnach abzusetzen. Eine weitereHypothese des Hrn. Rühs, diese Gedichtemöchten vielleicht"von einem Geistlichen verfasst sein, der sich das Muster beiden Angelsachsen geholt, verdient keine Antwort. Endlich aberist in einem dritten und zwar fränkischen alten Gedicht dieAlliteration eben entdeckt und in der neuen Ausgabe jenesCasselischen Fragments entwickelt worden. Ausser dieser alt-deutschen Alliteration zeigen sich auch in den faröischen Kämpe-viser oder Rimur hin und wieder kenntliche Spuren davon, wasHr. Rühs aus Olafsen (S. 200 § 20) hätte lernen können, fallser es nicht absichtlich hintangesetzt. Er bringt auch noch fürseine Meinung vor, in England habe sich die Alliteration, nach-dem der Reim schon eingeführt, noch bis ins 16. Jahrhundert er-halten; in den altdänischen, schwedischen und norwegischen, so-wie in den dänischen Kämpeviser herrsche aber nur der Reim.Es ist auch hier das ganze wahre Verhältnis übersehen: wie in964England findet sich im Norden, und noch später, Alliteration,auch in Verbindung mit dem Reim (worauf Runhend beruht),selbst in ganz späteren deutschen Gedichten, beides als Spielereivereinigt. Was sich gereimt zeigt, nämlich in dem einfachenunmetrischen Reimpaar, sind Übersetzungen und Umarbeitungensolcher Gegenstände, z. B. des Gesetzbuches, die aus innererNotwendigkeit kein Metrum hatten. Diese Art von Ab-messung war allgemein verbreitet, und man kann sie eher wieden Anfang der Prosa, da man auf diese Weise sich bequemgebunden fand, denn als zur Poesie gehörend betrachten, undsie hat überall fast als Gegensatz zu dieser bestanden. Indiesen altdänischen Gedichten verhält es sich zu der ursprüng-lichen Alliteration, wie etwa das Versmass der altdeutschen