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2 (1882)
Seite
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80 DIE EDDA VON FR. EÜHS.

consequenz in den Varianten lieber hätte gefallen lassen. Jemehrwir es auf der einen Seite loben könnten, dass der Herausgebersich weniger als andere bei solchen Arbeiten erlaubt, nament-lich kein altes Wort ausgestrichen, sondern unten in Noten er-klärt hat, um so eher wird auf der anderen Seite ein Tadeldaraus, weil er theils jenen Lesern sich zu weit entfernt ge-halten, theils durch einen so geringen Vortheil sich verleitenlassen, von dem rechten Wege abzuweichen. Selbst das Ab-ändern der alten Orthographie und der blossen Aussprache istmeistentheils misslich und nachtheilig. Hier mag noch einerechte Kleinigkeit als Beispiel stehen, wie bloss die modernePhysiognomie den Sinn verrenken kann. S. 104 spricht dasRoss zur Bremse: du Schwalbenaas, was ist dein Zier? Dadas Wort aas sich jetzt auf eine speciellere Bedeutung einge-schränkt hat, so muss jeder ohne Kenntnis der alten Sprachedies hier für ein gemeines Schimpfwort nehmen, was nurSchwalbenspeise heisst und ein poetischer Ausdruck fürBremse ist.

Dass die Zürcher Ausgabe etc. durch die gegenwärtigeüberflüssig geworden, kann man also nicht behaupten, ohnehinhat jene durch einige andere Zugaben ihren eigenen Werth.

[anonym.]

961 DIE EDDA,

nebst einer Einleitung über nordische Poesie und Mythologie und einem

Anhang über die historische Litteratur der Isländer. Von Friedrich Rühs.

Berlin in der Realschulbuchhandlung. 1812.

Heidelbergische Jahrbücher der Litteratur. Jahrgang V (1812) Bdll, No. 61.62.

S. 962-981.

J\.ls die eigenthümlichste und auch am sorgfältigsten be-arbeitete Idee der ganzen vorliegenden Schrift, insoweit sie derUntersuchung gewidmet ist, wird Hr. Prof. Rühs wahrscheinlichselbst diejenige nennen, wornach, was wir unter nordischerPoesie verstehen, für weiter nichts als eine Nachahmung der