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2 (1882)
Seite
76
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76 NARRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN.

dischen Frau, von einem neidischen Hund handelt. Das Wortkommt überein mit dem nordischen, auch altdeutschen Nidingund Nidingswerk. Wenn in den altdänischen Kämpeviser derNiflungenschatz auch einmal Nidingsskat genannt wird, so istdiese Verfälschung, darf man anders so sagen, des ursprüng-lichen Namens gewiss entstanden, weil sie einen passenden Sinngab: beneideter Schatz, denn er wurde immer dem Besitzermissgönnt. Hierzu kommt endlich, dass Nithart selbst (im Brent.MS.) erzählt, wie er den Namen erhalten: als er, wie erwähntist, der Herzogin vorgestellt wurde, sagte der, welcher ihn andes Fürsten Hof zu bringen versprochen, dem es Nithart abernicht verdanken wollte:

ir seyt ein geitig man,

ir solt mein gewartet han.

wie lang solt ich eur warten?

Sye schrihen all: er heist neythard;

der nom mir da beruffet ward,

der muss mir do beleyben;vil manig zeit vnd manig tag

kund ich in nie uertreiben.

Der Beiname Fuchs und Bauernfeind, den Aventin und dieanderen noch anführen, mag von diesen selbst oder aus Volks-sagen herrühren, es ist nicht unwahrscheinlich, dass der ersterevon dem ziemlich gleichlautenden Reinhart Fuchs genommenist; aus Nitharts Gedichten erhellt nicht, dass er ihn bei seinenLebzeiten geführt. Viele von den bäurischen Namen in denGedichten scheinen gleichfalls bedeutende und von ihm gebildetezu sein, z. B. Holenschwamm, Bolzmann, Pachenpaws (Paus-backen), Snabelraws, Lobenspot (im B. Ms.), Rumpholz, Krump-holz (Bodmer 79 b ). Dass Eulenspiegel ein symbolischer Namesei, hat Kanne neuerdings vortrefflich gezeigt. Der Pfarrherrvom Kaienberg ist zwar kein solcher, aber dass man nicht einigüber den seinigen, beweisen die verschiedenen Angaben beiAventin und Fugger.

Damit schliessen wir diese Recension; wir hoffen den darinvergönnten Raum nicht unnütz angewendet zu haben und bittennur noch den Hrn. v. d. Hagen, wenn er dieses Buch fortzu-