NARRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN. 7 1
trogenen Bauern gemacht haben, nur werden dann seine Lebens-jahre in die siebziger Jahre weit hinaufgerückt, was sich immernoch mit den obigen Angaben vereinigen lässt, wiewohl er nichtviel länger kann gelebt haben. Friedrich II. hatte nach desBambergers Tod und auch früher einmal, als dieser in die Achterklärt war, einen Grafen Otto von Eberstein nach Wien zumReichsverweser gesetzt, nur darf man nicht annehmen, dass erlang sein Amt behauptet, und das macht es schwierig, wennman diesen darunter verstehen will.
Indessen hat der Irrthum, der den Nithart und den Kaien- 1297berger zusammengestellt, noch eine andere Seite, die wir be-rücksichtigen wollen. Offenbar nämlich liegt der Gedanke zumGrund, dass beide eine gewisse Ähnlichkeit im Charakter ver-bindet. Es scheint wirklich, dass Nithart wie der Kalenberger•ein Lustigmacher von Profession gewesen. Vielleicht war erin Meissen zu Haus, denn nach einem Lied des BrentanoischenManuscripts zog er durch stolzen Muth und durch seine Frauaus Meissen in das Elend, in ein fremdes Land. (Es ist darumwahrscheinlich, dass Gottsched dies Manuscript gekannt, denner nennt den Nithart einen Meissnischen Edelmann, was Flögelsich nicht erklären konnte und was er auch wohl nicht war,vermuthlich ein Bürger.) Er kam mit guter Zuversicht, ohneMangel an Boss und Gewand nach Nürnberg, dort wollte ersich dem Reichsvogt (Otto IV?) bekannt machen. Einer fragteihn, ob er ihm halb geben wolle, was der Fürst an ihm thue(hierin liegt eine Ähnlichkeit mit des Kalenbergers erstemStreich), so wolle er ihn vor ihn bringen; Nithart aber besannsich auf einen Schwank. Er gab hundert oder mehr Bürgernjedem einen Regensburger (beiläufig: auch dieses bestimmt inetwas Nitharts Zeitalter, indem Herzog Otto von Baiern, der1253 gestorben, diese Münze während seiner Regierung unter-drückt hatte, nach Aventin S. 377 b ), ihm ein Paar Hosen kaufenzu helfen, die überhaupt nur 18 Regensburger kosten sollten,wodurch ein Zusammenlauf und ein schimpfliches Spotten ent-stand. Der Fürst, der aufmerksam darauf geworden war, liessihn holen, und er ward nun vor ihn und die Herzogin geführt.Es scheint, dass er einmal mit einigen Edeln Streit gehabt,