70 NARRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN.
Pfaff, Pfarrherr zu Kaienberg, von dem man so viel singet und1296 saget." — Hier finden wir zuerst die neue Bestimmung, dassNithart auch Fuchs geheissen und ein Franke gewesen. Fuggersagt dasselbe von Nithart, nur setzt er hinzu, dass er derBauernfeind genannt worden (auch den Kalenberger nennt erabweichend vom Aventin Weigand von Theben). Die anderen,Fiscbart, Roo usw., die der Verf. anführt, schreiben offenbardem Fugger nach und verdienen hier weiter keine Berück-sichtigung, eben dies ist mit Ludwig in germania princeps derFall (Koch hat falsch citirt, die hierhergehörige Stelle findetsich nach der Ausgabe von 1725 S. 15 in der östreichischenGenealogie). Spangenberg führt noch das Jahr 1290 an, woNithart an Ottos Hof soll gelebt haben.
Wir erklären diese Angaben geradezu für falsch: es ist einüberlieferter Irrthum darin, den wahrscheinlich der Verf. desKalenbergers zuerst aufgebracht hat. Weitere Beweise sindnach dem oben Ausgeführten nicht nöthig, sonst könnte eineraus Spangenbergs Angabe der Zeit geführt werden, da Ottoder Fröhliche erst im 14. Jahrhundert geboren wurde; wir wissennicht, wie sogar dieser Widerspruch dem Hrn. v. d. Hagen ent-gangen ist. Wollte man die Entstehung des Irrthums erklären,so könnte man annehmen, dass der Herzog Otto, den Nithartin einem Gedicht anführt, von dem Dichter des Kalenbergersfür Otto den Fröhlichen, nicht sonderlich um chronologische Wider-sprüche bekümmert, auf gut Glück angenommen worden. In-dessen bleibt es immer schwierig zu bestimmen, wer unter diesemH. Otto gemeint ist, und nur die Hauptsache gewiss, dass anOtto den Fröhlichen nicht kann gedacht werden. Nach Frie-drichs des Streitbaren Tod entstanden bekanntlich Uneinigkeitenüber die Erbfolge in die östreichischen Länder; obgleich KaiserFriedrich II. sie schon für ein erledigtes, ihm anheimgefallenesReichslehen erklärte, so gelangte doch erst Rudolf von Habs-burg in den ruhigen Besitz derselben, der sie dem Ottokar vonBöhmen abgewinnen musste. Rudolf gab seine Tochter Catha-rina einem Herzog Otto von Baiern zur Gemahlin und ihr zurAusstattung das Land ob der Ens. Dieser Otto müsste sichzu Wien befunden und Nithart ihm die Lust mit den be-