Druckschrift 
2 (1882)
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

68 NARRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN.

Friedrich, geb. 1211, starb bekanntlich schon 1246. Der HerzogOtto, dessen Nithart einmal gedenkt, muss nach ihm gelebthaben; wir werden hernach auf ihn zurückkommen. ObigerAnnahme fügen sich auch die Erwähnungen des Nitharts beiden Dichtern des 13. Jahrhunderts. Eschenbach gedenkt seinernicht nur im Titurel, sondern auch in einer bisher übersehenenStelle des Wilhelm von Oranse (S. 140 b ) [312, 1214]:

hett ix (das Schwert Rennwarts) her nithart gesehenoter sinen gobowel tragen *

-her begund iz sinen vrounden clagen.

Als Theilnehmer an dem Wartburger Krieg dürfen wir diesemum 1207 ein männliches Alter zuschreiben, und es ist ohneZweifel, dass er noch in dem 12. Jahrhundert geboren, und wahr-scheinlich, dass er in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts viel-leicht um 1230 gestorben ist. Lässt ihn Hr. Büsching (AltdeutschesMuseum I, 6) nur bis in den Anfang des 13. Jahrhunderts leben,so ist es ungleich irriger und geradezu unbegreiflich, wie Hr.v. d. Hagen S. 526 Note behaupten kann, Wolfram müsse bistief ins 13. Jahrhundert gelebt haben. Eschenbach war noch desNitharts Zeitgenosse, nur älter. Heinrich von Vriberc, den wirals Nachfolger des Gottfried von Strassburg nicht weit hinterdie Mitte des 13. Jahrhunderts setzen, erwähnt der Lieder Nitharts,aber nichts ausdrücklich von seinem Tod. Robin und Marnerdagegen beklagen schon den todten Nithart, dass beide aberauch gegen das Ende des 13. Jahrhunderts schon gestorben waren,ist wiederum aus der Klage des Herman Damen (hinter demIwain der Müller. Sammlung V, 310) über den todten Nithart,Robin und Marner nicht zu bezweifeln: eine deshalb merkwürdige1295 Stelle, die Hr. v. d. Hagen nicht angeführt hat. Herman Damenaber als Zeitgenosse des Conrad von Wirzburg und des Meisnersoder Frauenlobs gehört auch noch in das 13. Jahrhundert. Mar-ners Zeit wird noch deutlicher, wenn wir bemerken, dass Ru-melant aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts des Alters jenesDichters spottet (Altd. Museum II, 154). (Übrigens könntendie Stellen, die über Nithart in späteren Gedichten sich findenund die hier weiter von keinem Einfluss sind, leicht vermehrt