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2 (1882)
Seite
67
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NARRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN. 67

zum ersten erdacht"zwölf Jahre sei er in Baiern ge-wesen, eh' er dem Fürsten von Oestreich gegeben worden, dahabe sich allererst sein Leben getheuert". Einmal erzählt er,wie er Bauern als Mönche geschoren zum Herzog Otto nachWien gebracht. Alle diese Angaben enthält das Brentan. Manu-script. Aus der Bodmerischen Sammlung (S. 72 ab ) ist hinzu-zufügen, dass Fürst Friedrich dem Nithart einen silbervollenSchrein gegeben.

Der Hauptpunkt ist ohne Zweifel die Erwähnung des Kreuz-zuges unter Kaiser Friedrich und geradezu entscheidend. Unterdem Kaiser ist -wohl nicht Barbarossa gemeint, dieser konntenach Zinkgräfs Behauptung (Apophthegmata I, 32) keine Schalks-narren leiden, auch wäre seiner bekannten Todesart in demKreuzzug von 1190 wohl Erwähnung geschehen; darum undweil Nithart von einer Seefahrt redet, die eigentlich nicht aufdiesen Zug passt, ist wahrscheinlich von Barbarossas EnkelFriedrich IL und dem Kreuzzug die Rede, den er 1228 unter-nahm, nachdem er ihn bei seiner Vermählung mit Jolanta von 1294Brienne fünf Jahre vorher schon gelobt und wegen Verzögerungdesselben von Gregor IX. in den Bann gethan war. (Ausge-macht ist es indes noch nicht, und nur so viel ausser Zweifel,dass auf keinen anderen als auf einen von diesen beiden Kreuz-zügen die Stelle bezogen werden kann. Ist Nithart bei Bar-barossa und Friedrich dem Katholischen von Oestreich gewesen,so ist er einer der ältesten Dichter.) Nach unserer Annahmekönnen wir ein männliches Alter voraussetzen, als Nithart mitdem Kaiser auszog, und so irrt man schwerlich bedeutend, wennman annimmt, dass seine Jahre mit denen des 13. Jahrhundertszu zählen sind; eher indessen dürfte er etwas älter als jünger sein,da er schon 12 Jahre in Baiern gewesen, als er nach Oestreichkam, und dort wenigstens ein jugendliches Alter hatte. DerFürst von Oestreich, dem er gegeben wurde, dessen Gunst erso sehr rühmt, kann nicht leicht ein anderer als Friedrich derStreitbare, der letzte Bamberger, gewesen sein: ein frischerHerr, wie ihn Aventin nennt, der wohl seine Lust an dem Nit-hart gehabt hat; auch passt das Loblied auf den allein muthigenFürsten von Osterland (Bodmer 76") recht wohl auf diesen.