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2 (1882)
Seite
66
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66 NARRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN.

äusseren Verhältnisse der Kalenberger vorkommen, und beson-ders gehört folgende Stelle hierher (S. 307):

Darum hielt er (Otto der Fröhliche) die zween Mann,den Neithard und den Capellan.

Dies führt auf die Frage, ob der Neithart, der hier als Genosse1293 des Kalenbergers genannt wird, der bekannte Meistersänger sei.Da Hr. v. d. Hagen sich im Anhang (S. 520 525) auch aufdiesen einlässt und ohnehin Hr. A. W. Schlegel in der Re-cension von Docens Titurel (Heidelberger Jahrbücher 1811,.No. 69, S. 1097. 1098) der Schwierigkeiten in Bestimmung desZeitalters dieses Dichters gedenkt, so wird man es billigen rwenn wir bei ihm erst verweilen, ehe wir zu jenen Fragenzurückkehren, deren Beantwortung dann auch erleichtert seinwird.

Wir fangen mit der Behauptung an, dass alle Gedichte^die unter Nitharts Namen auf uns gekommen sind, sowohl die-jenigen, die man in der Bodmerischen Sammlung abgedrucktfindet, als die, welche das Brentanoische Manuscript, dasRec. vor sich liegen hat, enthält (anch das einzelne Lied, dasBenecke in seinen Beiträgen wieder hat abdrucken lassen, ge-hört hierher), von einem und demselben Individuum herrühren.Man braucht nur leichthin zu lesen, um dieselbe charakteristischeManier in der Darstellung und im Ausdruck zu erkennen; ebenso treten dieselben Personen wieder auf. Soll nun NithartsZeitalter bestimmt werden, so müssen uns vor allen die An-gaben in seinen Gedichten leiten. Er sagt aber folgendes vonsich aus: er sei mit Kaiser Friedrich über das Meer in derHeiden Land gezogen, grosse Noth habe er da gelitten, da dieSchwerter der Feinde scharf geschnitten; ein heidnischer Pfeil,habe ihn getroffen, da sei er zurück nach Haus gesendet worden,als er aber seine Gesundheit wieder erhalten, sei seine Nothmit den Torpern (Tölpeln) wieder angegangen."Die ihnNithart genannt, die hätten sein zu gut gedacht, dass er inseinem Muthe nie einen Biedermann (d. h. hier: einen Vor-nehmen, indem er sich gleich entgegen setzt) sich, dem Bauer,geneigt gehalten, ihrer Üppigkeit halber, die ihn zu Schadengebracht, gegen die Herzogin von Baiern"diese habe sein