64 NARRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN.
sammenhang darin zu entdecken. Zugleich, da dies auf seinenStamm zurückführt, muss dadurch die Kraft, die es hervorge-trieben, in ihrem grösseren Umfange sichtbar werden, und sowürde in diesem Fall eine nicht zu verachtende Zahl hierher-gehöriger, im Zusammenfassen ausgefallener Fabeln als Ergän-zungen sich dargeboten haben.
II. Markolf und Salomon. Wir brauchen hier nichtlang zu verweilen, da die eigentliche historische Untersuchungüber dieses Gedicht zu der älteren poetischen Bearbeitung ge-hört, wohin denn auch der Verf. verwiesen und wozu er einPaar Nachträge geliefert hat. Was den Text betrifft, so ist derNeuberische Druck zu Grund gelegt; hätten wir eine Ausgabedieses Gedichts, welches bei allem Schmutz und obgleich weitunter den Schildbürgern, doch durch seinen kecken, festenCharakter und nicht gemeinen Witz seinen Werth behauptenkann, zu besorgen, so würden wir ein Manuscript dieser Prosaaus dem 15. Jahrhundert zu Grunde legen. Wir können demHrn. v. d. Hagen weiter keinen Vorwurf darüber machen, dasser es nicht gekannt, allein es ist dadurch unstreitig Nachtheilerwachsen, da im Verhältnis zum Druck die Sprache im Manu-script durchaus naiver und einfacher ist; manchmal ist es inder Sache ausführlicher, auch dass einzelnes darin besser vor-kommt, wird man leicht zugeben, da die Nachlässigkeit desDrucks fast immer etwas zu Grunde gerichtet hat. Wir führeneine kurze Stelle aus dem Anfang zur Vergleichung an: (Mo-rolf) „hat Haar, das was grob und stach als Igelsborsten, undsein Schuh waren aus der Massen buers (bäurisch), und sinGürtel was von einer Eichenwied, und die Scheiden was fast1292 zurissen. Sein Gugel was gemacht von rieden und was ge-futtert mit einer Hirshut und sin Gewand hat die allersnodesteFarbe." So auch z. B., wenn es hernach heisst: „wer Spreusäet, der schneidet Armuth", so scheint uns das besser als imDruck: der mähet bös Getraide. — S. 504 wird Morolf für eineArt Wein ausgegeben, es wäre erst zu fragen, ob das nichteine Fischartische Abänderung für Moras ist. Über einige Aus-gaben des lateinischen und deutschen Buchs vergleiche man eine