62 NABRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN.
das Jahr 1506 erwähnt werden, sondern 1509, das Bebel (S. 198)als ein vorlängst verflossenes bezeichnet, ausserdem gedenkt er(S. 93) seines 1508 gestorbenen Vaters, welches Jahr nocheinmal (S. 232) erwähnt wird. Selbst die ausbündigen gutenPossen 1610 8°, die nach dem Panzer. Catalog 16212 b mit demLaienbuch in einem Band waren, welchen der Herausgeber er-standen hat, und die No. 35 die Geschichte von dem Schultheissim Bade enthalten, sind nicht einmal nachgesehen worden. Aufden Bebel sodann lässt der Herausgeber die Anspielungen folgen,die sich bei Fischart auf das Gedicht finden. Es wird ge-schlossen, [dass,] weil er das Laienbuch oder die Schildbürger nir-gends als ein besonderes Werk citirt, dieses vor 1591 nicht da-gewesen sei; dagegen ist nichts zu erinnern, und da wir in jener1290 früheren scherzhaften Sammlung ebenfalls keine Spur seines Da-seins gefunden, so mag leicht die Ausgabe von 1597 die erste unddas Buch in diesem Jahr entstanden sein. — Indessen ist hier einIrrthum zu berichtigen, den Hr. v. d. Hagen freilich mit vielenanderen theilt: eine Ausgabe der Fischartischen Geschichts-klitterung, nämlich vom Jahr 1552, existirt nicht, betrachtetman die Ziffer genau, so wird man leichter 1582 lesen können,diese aber als die rechte Jahrzahl ergibt sich nicht nur daraus,dass Fischart überhaupt erst seit 1570 zu schreiben angefangenund sonst ein grosser Zeitraum zwischen diesem und seinenübrigen Werken liegen würde, sondern auch aus dem ent-scheidenden Umstand, dass die Gartengesellschaft, Katzipori-gestech darin citirt werden, welche sämmtlich nach 1552 zumersten Mal erschienen sind, und dass Rabelais, dessen GrabschriftFischart darin dichtet, erst 1553 gestorben ist.
Das ist alles, was Hr. v. d. Hagen für die Erklärung deralten Dichtung gethan. Zwei Bücher hat er benutzt, nichteinmal, wie sich's gebührt; alle anderen bestimmt hierher ge-hörenden Hilfsmittel, die ein reichliches Licht geben, warenihm fremd. Wir schweigen von entfernteren Anspielungen, diesich in anderen gleichzeitigen Büchern finden, da Hans Sachs,der so nahe lag, nicht einmal zu Rathe gezogen worden; ausser-dem gibt es Romane, die, in dem Geist dieser Dichtung ge-schrieben, Aufklärungen, selbst neue Sagen gewähren. Der