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2 (1882)
Seite
61
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NARRENBUCH VON F. H. VON DER HAGEN. 61

das wir unten geben, wird auch dieses beweisen. Es liegt aberin der Natur der Sache, dass ein Einzelner nicht im Standewar, überall das Beste zu gewinnen, und die Arbeit ist dem-ungeachtet in sehr geschickte Hände gerathen. Freilich wirddie allgemeinere Bemerkung auch hier gelten, dass eben einsolches Zusammenfassen und Verknüpfen einer nach allen Seitenhin ausgebreiteten und lebendigen Sage schon einen Punkt derbeginnenden Abnahme bezeichne und das Bedürfnis damit ge-fühlt werde, den Verlust abzuwenden. Uns liegt es ob, nach-zuholen, so weit es möglich ist, und daher scheint ein solchesins Einzelne gehende Untersuchen hier allein förderlich: einAnsehen der Sache gewährt wohl Ansichten, aber keine eigent-liche Erkenntnis. Endlich war bei der noch lebendigen Tra-dition, einer nicht ganz armen Quelle, zu schöpfen und ihr Zu-sammenhang mit dem alten Gedicht nachzuweisen.

Halten wir dagegen, was Hr. v. d. Hagen geleistet, so 1289besteht es darin, dass er erstlich den Bebel, einen der Dürftig-sten, nach der lateinischen Ausgabe (wo sich diese Scherzeschlecht ausnehmen, besser liest sich die deutsche Übersetzung)mit dem Laienbuch verglichen: einige hierher gehörige Sagenhat er wieder gefunden und angeführt. Wie flüchtig indessendiese Vergleichung angestellt sei, ergibt sich daraus, das» ereine Sage, die Bebel (S. 57. 58) neben den anderen erzähltübersehen hat: der Schultheiss nämlich im Bade zu Minsingen(Finsingen) sagt seinem ehemaligen Gesellen im Pferdehüten:wer hätte damals geglaubt, dass ich noch Schultheiss werdenwürde, was in den Schildbürgern Cap. 18 erzählt wird. Ja, eswird überhaupt zweifelhaft, ob der Herausgeber wirklich dieAusgabe des Bebel, die er citirt, vor sich gehabt, und die Rec.eben auch besitzt, er würde sonst die vorangehenden facetiaeFrischlini durchgesehen haben, dass dieses aber nicht geschehen,ist offenbar, denn S. 8 findet sich nicht nur eine Redensart,womit der Schultheiss dem Kaiser die ausgesuchte Braut (Cap. 23,S. 143) lobt, in einer Erzählung erläutert, sondern S. 13 und 14zum Theil der Schwank von der Braut (Schildb. Cap. 31), diedem Bräutigam vergilt, wieder. Auch, war die Zeit von derAbfassung der Bebel. Sammlung zu bestimmen, so musste nicht