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2 (1882)
Seite
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ALTRUSSISCHER HELDENGESANG VON J. MÜLLER. 33

HELDENGESANG 705

VOM ZÜGE GEGEN DIE POLOWZER, DES FÜRSTENVOM SEWERISCHEN NOWGOROD IGORSWÄTSLAWLITSCH,

geschrieben in allrussischer Sprache gegen das Ende des zwölften Jahrhunderts.In die deutsche Sprache treu übertragen, mit einer Vorrede und kurzen philo-logischen und historischen Noten begleitet von Joseph Müller, der PhilosophieDoctor und ehem. Prof. am Gymnasium zu Heiligenstadt. Prag bey FranzSommer 1811. 82 S. in 12.

Heidelbergische Jahrbücher der Litteratur. Jahrgang V (1812), Bd II, No. 45.

S. 705713.

_ln diesem kleinen Buche wird uns etwas Schätzbares undInteressantes mitgetheilt. Das altrussische Igorlied ward imJahr 1795 entdeckt und 1800 zu Moskwa in 4° mit einer Über-setzung ins Neurussische gedruckt, dasselbe wiederholt in denAbhandlungen der russischen Akademie (für Philologie I 1805).Eine Übersetzung ins Deutsche befindet sich in den RussischenMiscellen (1803 St. 3), sie ist aber fast ganz nach der neu-russischen gemacht, ohne Rücksicht auf den Rhythmus, hin undwieder frei und oft fehlerhaft. Hr. Müller, bei dem man dieselitterarischen Notizen ausführlich findet, liefert hier zuerst einesorgfältige Übersetzung ins Deutsche nach dem Originaltextmit einer Einleitung und den nöthigen Erläuterungen. Wirmüssen seine Arbeit recht sehr loben; von der Übersetzung alssolcher können wir nicht urtheilen, doch sehen wir wohl, dasssie urkundlich abgefasst ist; dazu kommt die Versicherung, dassder gelehrte Dobrowsky dabei hilfreiche Hand geleistet, wasuns den Werth des Gelieferten zusichert. Sodann ist die Ein-leitung mit Einsicht und nicht ohne Sorgfalt geschrieben, derVerf. hat nach verschiedenen Rücksichten darin das Gedichtbetrachtet und manches Gute bemerkt; was wir im Einzelnendagegen einwenden, werden wir hernach zu sagen Gelegenheitfinden.

Um von dem Gedicht selbst zu reden, so ist es ein Stückreiner lebendiger Nationaldichtung, das dem slawischen Stamme,

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