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2 (1882)
Seite
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28 SCHRIFTEN ÜBER DIE NORDISCHE MYTHOLOGIE.

Nyerup hat des ersteren Wegs nicht erwähnt, wie er überhauptdie Frage nicht ausführlich behandelt, sondern führt nur (S. 125)einige, allerdings interessante Stellen aus dem Saxo Grammaticusan, woraus klar hervorgeht, dass dieser die Mythen der Eddagekannt und verschiedene seinem Werk, manchmal modificirt,einverleibt habe. Müller hingegen verwirft den ersten ausdrück-lich:die Voluspa, an sich selbst betrachtet, ist überall keinesichere Quelle" (S. 11).Dass die Mythen etwas mehr sind,als eine Erdichtung isländischer Mönche zum Zeitvertreib in790 langen Winterabenden, beweist man nicht so leicht mit wenigenVersen aus der Voluspa, Hyndlas Gesänge, Grimmismal, Agis-dreka, Skirners Fahrt und Vafthrudnismal, die in Gylfeginningcitirt werden. Denn das hohe Alter dürfte sich schwerlich ausinneren Gründen allein mit Sicherheit darthun lassen" (S. 78).Was den zweiten Weg betrifft, so könne er auf verschiedeneWeise eingeschlagen werden, mit Vorbeigehung anderer wähleer die, bloss aus Snorros Edda das Nöthige darzuthun (S. 22).Dieser Beweis der Echtheit wird nun (S. 78 ff.) folgendermassengeführt: die Sammlung der Kenningar enthält gegen achtzigNamen von Dichtern, die (S. 7982) aufgezählt werden undderen Lebzeit grösstentheils aus der Heimskringla, den isländischenAnnalen, dem Saxo G. u. a. bekannt ist, einige verlieren sich indie frühste Zeit, wie Biarke und Brage, die anderen haben vonHarald Haarfager an bis auf Hagen den Vierten gelebt. Unterdieser Reihe aber liest man fünfhundert Bruchstücke, jedes vonvier bis acht Zeilen, etliche aus mehreren Strophen bestehendund voll von mythischen Anspielungen. Mithin hat dieMythologie durch diese Jahrhunderte Kraft und Leben gehabt.Wir haben an sich nichts gegen diesen Beweis und wir glaubendaran, weil wir schon aus anderen Gründen von der Echtheitder Edda überzeugt sind; ob aber der Verf. solche Kritiker,gegen welche er geschrieben, damit überzeugt, das bezweifelnwir. Wie leicht haben sie das Argument abgewendet! Daeinige unseres Wissens gar nicht die alte Othinslehre leugnen,weil ihr Dasein frühe Historiker bezeugen (die Stellen sind beiDelius gesammelt), und nur die Darstellung und Ausbildungderselben in der rhythmischen und prosaischen Edda für Er-