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2 (1882)
Seite
18
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18 SCHRIFTEN ÜBER DIE NORDISCHE MYTHOLOGIE.

beantworten: eine Unterweisung zur Poesie, wobei zuerst vonder Materie, dann von der Form gehandelt wird, und es giltganz, wie es in dem ersten Capitel der Vorrede bei Reseniusheisst:sie lehrt die nordische Scalldschaft erkennen aus denDämesagen und aus den üblichen poetischen Umschreibungen" Tendlich aus der metrischen Beispielsammlung. Ein Buch mussnothwendig nach der ihm zum Grund liegenden Ansicht ge-fasst werden, nicht aber nach dem Namen, der sehr zufälligsein kann, und Nyerup irrt, wenn er bloss Gylfeginning undBragarädr zur Edda rechnet: offenbar ist in den Theilen desWerks ein Zusammenhang, und sie werden von einer Idee zu-sammengehalten. Die Stelle, welche er als Beweis (S. 177) an-führt, sagt ebenfalls nur, wie auch Müller bemerkt (S. 62), dassman Bragarädr mit zur Edda gezählt habe, nicht aber zugleich,dass die Kenningar und Hattatal davon ausgeschlossen seien,also nichts für seine Ansicht. Überhaupt genommen, scheintes schon misslich, den Namen Edda auf Einen von den dreiTheilen des Ganzen ausschliesslich zu beziehen, weil jeder dieserTheile einen eigenen sehr passenden Namen schon hat, und e&ist wohl das Natürlichste anzunehmen, dass man das Ganzedamit habe bezeichnen wollen; sehen wir ferner, dass dieserName für dieses auch sehr schicklich sei, wie gleich wird be-merkt werden, so erscheint dies Argument bedeutend genug.Dass aber die Eine Idee, die Dichtkunst zu lehren, durch dasGanze hingehe, ergibt sich auch daraus, dass in dem erstenTheil die Mythologie bloss abgehandelt wird, insofern sie Gegen-stand der Poesie sein kann, nicht insofern sie die Religionenthält, weshalb auch von dem Cultus eigentlich nichts vor-kommt. Ein klarer Beweis ist ferner, dass ausser den religiösenMythen auch der Cyklus der Wolsungensage dargestellt ist,welcher höchst wahrscheinlich nächst jenen, an welche er sichdoch auch wieder anknüpft, der wichtigste war, ja in dem königl.Codex heisst es ausdrücklich, dass die meisten Scalden nach77oSigurdur Fofnisbane gedichtet. In den Kenningar ist dasselbeVerhältnis sichtbar, indem neben den Benennungen und Um-schreibungen der Götter auch viele aus dieser Sage sich finden,die wir hernach anführen werden. Wenn man daher sagt, dieser