SCHRIFTEN ÜBER DIE NORDISCHE MYTHOLOGIE. 17
hier mitgetheilt. Die erste Schrift macht den Versuch, aus derSnorroischen Edda die Echtheit der Asalehre darzuthun, die 777zweite theilt für solche Untersuchungen einige interessante Stellenaus dem Saxo Grammaticus mit, sonst ist sie grösstentheilsbibliographischen Inhalts und beschreibt genau und mit Sach-kenntnis die vorhandenen Manuscripte der jüngeren Edda. DieHauptcodices sind der Wormische, der königliche und derUpsalische. Der erste, aus der Mitte des fünfzehnten Jahr-hunderts, ist der vollständigste und reichste, der zweite älter,aber es fehlt einiges (jetzt gänzlich verloren, doch in dem er-wähnten Werk des Olavius vollständig benutzt, ausserdem aberbesitzt Thorlacius eine sehr correcte Abschrift davon); der dritte,aus der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts, ist der kürzesteund als ein Auszug zu betrachten (eine Abschrift davon hat dieUniversitätsbibliothek zu Kopenhagen). Ausserdem besitzt dieMagn. Sammlung noch zwei andere Membranen aus dem Anfangdes vierzehnten Jahrhunderts (No.757 und 748 in 4), welcheBruch-stücke aus den Kenningar und dem letzten Theil der Edda ent-halten, und mehrere jüngere Papierhandschriften (zwei Codiceszu Oxford und Paris, ehemals zu Wolfenbüttel, sind spätereCopieen). Merkwürdig ist das Verhältnis dieser Manuscripteunter sich: sie weichen sämmtlich von einander ab, eins ist inbesonderer Hinsicht vollständiger, als das andere, und keinskann als Copie des anderen betrachtet werden (Müller S. 52).Diese Snorroische Edda besteht in allen vollständigen Manu-Scripten aus drei Theilen: 1) aus den Dämesagen oder mythischenErzählungen, die unter dem Namen Gylfeginning (GylfesTäuschung) und Bragarädur (Bragas Rede) begriffen werdenund die man bei Resenius gedruckt findet; 2) aus den Kenningar,poetischen Umschreibungen, wovon Resenius nur einen sehrunvollständigen, Olaffsen om Nordens gamle Digtekonst (§ 34 ff.)einen besseren Auszug gegeben; 3) aus einer isländischen Prosodie,clavis metrica, Hattatal (auch Hattalykil) genannt und hundertVersarten in drei Lobliedern enthaltend. Dazu kommen imWorin, und Upsal. Codex Abhandlungen über Buchstaben undTropen; Olaffsen in dem genannten Buch handelt § 85 ff. davon. 778Aus diesem Inhalt lässt sich die Frage, was die Edda sei, leicht
W. GRIMM, ICL. SCHRITTES. II. 2