Druckschrift 
2 (1882)
Seite
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AXEL THORDSEN OG SKJÖN VALBORG UDG. AF NYERUP. H

schickte Hände darüber gerathen! Vieles Interessante müssteaus der Vergleichung der Lieder beider Nationen hervorgehen,wahrscheinlich auch Aufklärungen, gegenseitige Ergänzungenund Übereinstimmungen, die es darthun würden, was wirglauben, dass es eine Zeit gegeben, wo die Volkspoesie beiderLänder nicht getheilt, sondern ein Gemeingut war.

Wir können diese Anzeige nicht beschliessen, ohne Gelegen-heit zu nehmen, noch eine litterarische Bitte an die dänischenGelehrten zu thun. Sie betrifft die baldige Herausgabe deszweiten Theils der Sämundinischen Edda. Wir erklären,dass wir unter allen noch vorhandenen Manuscripten dieses un-bedingt für das wichtigste halten, und es ist unbegreiflich, wieman einen solchen Schatz so lange unbenutzt liegen lässt. DasMagnäische Institut, das sich in den Jahren 17781787 eifrigfür die Herausgabe der isländischen Manuscripte zeigte, hat inmehr als zwanzig Jahren nichts edirt als eine Übersetzung der 380Nialssaga, welche eben erschienen und wovon der Original-text schon 1787 gedruckt wurde. Wir wissen nicht, ob Hinder-nisse entgegenstanden, aber wir glauben, dass solche nichtschwer zu besiegen waren, wenn man ernstlich wollte. Es be-stätigt sich auch hier, was man bei gelehrten Akademieen er-fahren, dass nichts litterarischen Arbeiten nachtheiliger, als wennman sie allzubequem gemacht. Würden nicht zwei gelehrteIsländer zur Bearbeitung der Manuscripte jährlich von demLegat besoldet und gehalten, so würde es dem Eifer eines Ein-zelnen schon gelungen sein, zu dieser reichen Sammlung zugelangen, und er würde ohne solche Unterstützung mehr bewirkthaben. Wir dürfen als Beispiel die Schweden Peringskiöld undBiörner nennen, ja die Sammlung altdeutscher Gedichte, sowohldie Müller veranstaltete, als die jetzt erscheint, gewiss nicht ingünstigen Zeiten. Der Enthusiasmus für eine Sache thut dochstets am meisten, und es stände noch zu fragen, was ohneSuhm durch das Magnäische Institut geschehen wäre. Auchdas Princip, wornach man den Vorzug der zu edirenden Codd.bestimmt, können wir nicht billigen. Man gibt den Sagen,die mehr historisch scheinen, oder mit anderen Worten, den un-poetischen (darum, wie wir glauben, jüngeren) den Vorzug. So