AXEL THORDSEN OG SKJÖN VALBORG ÜDG. AF NYERUP. 5
den widerstrebenden ans Herz schlagen, dass ihn am Morgenseine Braut todt unterm Scharlach findet. Anmuthig sind dieKindermärchen von der Prinzessin, welche der Wassermann ge-stohlen und die ihr Bruder aus dem unterirdischen Haus be-freit, und von dem Nachtraben, an den die Königin ihr Kindverkauft hat. Doch wir dürfen nicht weiter vom Einzelnenreden, weil das zu weit führen würde.
Zu diesem Interesse eines poetischen Buchs kommt nochein anderes, das uns die Kjempeviser merkwürdig macht. Näm-lich der älteste Theil desselben, die Heldenlieder, greifen in dieFabel und den Gyklus des Nibelungenlieds und Heldenbuchsein. Jeder, den die Geschichte dieses grossen Epos und deraltdeutschen Poesie überhaupt interessirt, wird ihre Wichtigkeitaus dieser blossen Bemerkung schon anerkennen; noch mehraber, wenn wir hinzufügen, dass sie, von der dem Nordeneigenthümlichen Gestalt der Sage verschieden, sich zum Theilder deutschen nähern, ohne dass man bestimmt behaupten könne,sie seien aus dieser entstanden oder gar übersetzt. Eine eigeneAusführung des Gesagten müsste ihr Interesse haben, gehörtaber nicht hierher, und Rec. wird an einem anderen Ort Ge-legenheit haben sie zu liefern.
Die Elskovsviser (von denen Rec. eine Abschrift be-sitzt) sind eine kleine Sammlung von dreissig Liedern, die alleeinen tragischen Ausgang haben (daher der andere Name: Tra-gica), wovon die meisten an Werth den Kjempeviser nichtnachstehn. Ausgezeichnet darin ist das Kind von Hafbur undSignild, eine alte Sage, worauf schon die Edda hindeutet undwelche auch Saxo Grammaticus erzählt: Hafbur, als Jungfrauverkleidet, geniesst die Gunst seiner Geliebten, wird verrathen374und überwältigt: alle Stricke reisst er entzwei, bis sie ihn mitzwei Haaren von Signilde binden, die er nicht zerreisst, ausgrosser Liebe, selbst als sie ihn darum bittet; sie hat ihm ver-sprochen, sich zu verbrennen, wenn sie ihn aufgehängt sehe,er weiss sie einige Augenblicke früher zu täuschen, indem ererst seinen Mantel hat hinaufziehen lassen, und nun stirbt ermit der Lust, ihre Kammer in Flammen stehen zu sehen. Einmerkwürdiges Lied enthält Sigurds mordlichen Tod, von dem