AXEL THORDSEN OG SKJÜN VALBOKG UDG. AF NYEROP. 3
wies, haben wir es zu verdanken, dass wir immer mehr zu demGanzen hingelenkt wurden., wie es nun in unseren Meisternleuchtet, nachdem einzelne Strahlen erst über die Erde hin-streiften. In Dänemark verhinderte eine solche Aufbauung undBildung die Abgeschlossenheit der Nation, die durch ein immerweiteres Vergraben in sich die Scheidewand immer höher auf-warf, die Ungeneigtheit derselben gegen Deutschland (die, wieman richtig bemerkt hat, jedes schwächere Volk gegen das -mächtigere empfindet und die darum nicht gegenseitig ist) unddie daraus entspringende Geringschätzung der deutschen Litte-ratur, ohne sie zu kennen, die auch jetzt noch bei den Un-wissenden herrschen soll.
In dieser langen unbeweglichen Zeit aber, in welcher keinDichter gelebt hat und keine poetische Kunst geübt wurde, isteine Ader von Gold, aus der Mitte der alten Zeit entsprungen,durch das Volk durchgelaufen: wenn es keinen Poeten gab, sohat es doch Poesie gegeben, und das Leben hat sich ausgedrückt,bei wem es gewesen. Ausser den Volksbüchern nämlich, dieaus dem Deutschen fast sämmtlich übersetzt worden, hat eseine Menge trefflicher Lieder gehabt, zum Theil aus dem Alter-thum erhalten, zum Theil später entstanden, und diese sind es,welche wir in dem Kjempe Visebog finden. Wir haltendiese schon im sechzehnten Jahrhundert durch einen glück-lichen Zufall entstandene Sammlung für einen der reichstenSchätze der Poesie. Die spanischen Lieder von Cid, die wir.sehr hoch achten, werden von diesen an Tiefe und Bedeutsam-keit übertroffen; den echt deutschen, vor allen den englischen,sind sie im Geiste verwandt, nur vollständiger, als das, wasdort gesammelt worden und zu uns gelangt, auch, da sie früher auf-bewahrt wurden, reiner und gediegener. Die Darstellung darinist vortrefflich, weil allzeit die innere Notwendigkeit spricht,nicht ein äusseres Gesetz; eine Hinneigung zum Dramatischen,wie in allen Volksliedern, erscheint darin sehr kenntlich, undes ist wenig Sorge an eine runde, an einander sich schliessende 372Erzählung gewendet, vielmehr wird alles streng neben einanderaufgestellt, nur angedeutet, aber oft liegt in diesen wenigenWorten eine grosse Gewalt. Denn das ist das Eigenthümliche
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