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stände weiter fortbauen. Sie gleichen einem MaDne, der aufererbten, längst durchfurchten Boden seinen Samen wirft undder Ernte gewiss sein kann, unbesorgt, ob sie jeden Sommergleich ergiebig ist; er weiss, was das eine Jahr nicht einbringt,wird das nächste doppelt vergüten. In solch einer glücklichenLage befindet sich die Erforschung des deutschen Alterthumsnoch nicht. Sie hat noch schwere Arbeit vor sich, sie mussden Boden umreissen und urbar machen, eingewurzelte Vor-urtheile ausroden, wenn sie sich auch freuen darf, dass einzelneFelder schon grünen, selbst reife Früchte tragen. Es ist einebefremdende, aber doch leicht erklärbare Erscheinung, dass dasEinheimische am spätesten die wissenschaftliche Betrachtungerweckt. Wie die schriftliche Aufzeichnung der überliefertenPoesie, des fortgepflanzten Rechts, wie die Beachtung alther-gebrachter Sitten erst zu einer Zeit beginnt, wo der Untergangdroht, so pflegt das einheimische Alterthum erst dann äusserlichMacht und Ansehen zu gewinnen, wenn die Gegenwart von ihremZusammenhang mit der Vergangenheit soll abgelöst und dieFäden eigener Entwickelung sollen abgeschnitten werden. Diedeutsche Alterthumswissenschaft hat den Ruhm, zu einer Zeitentstanden zu sein, wo fremde Gewalt auf Deutschland lastete.Sie wollte, soweit es bei ihr stand, den Geist stärken, dessenKraft langsam wächst, dessen Erfolg sicher ist. Sie wird diesenUrsprung nicht verläugnen, sondern daran fest halten, dassSicherung und Wiederbelebung des Vaterländischen ihr letztesZiel ist,
Möge daher die Akademie ihre Theilnahme auch einem Vor-haben schenken, das ein solches Ziel im Auge zu haben sichbewusst ist. Ich meine das Unternehmen, die deutsche Spracheder letzten Jahrhunderte von der Zeit an, wo sie, von Lutherslebenskräftigem Geist erwärmt, aus ihrer Erstarrung erwachteund neue Wurzeln zu schlagen anfieng, in Einem Werke zu-sammenzufassen. — Die Rede unserer Zeit bewegt sich in einemnicht allzugrossen Kreis und sucht, was ihr fehlt, durch ge-schickte Handhabung des Bekannten zu bedecken; vielleicht wirdsie selbst überrascht, wenn sie sieht, wie viel umfangreicher derBaum ist, den jene drei Jahrhunderte hervorgetrieben haben, wie