484 ZU DEN MÄRCHEN.
daz boese tuster (oder custer?) ungeslaht
sluoc üz aller sinor malit
den inueden bern über daz mül.
nü was der ber doch niht so vül,
er vuor üf unde lief cz an.
Nun geht es an ein Balgen und Kratzen zwischen dem Bärenund Schretel, der Bär brüllt laut, dass sein Meister erwachtund vor Angst in einen Backofen kriecht:
nü bizä biz, nü liminä lim!nü kratzä kraz, nü krimmä kirim!si bizzen unde lummen,sie krazten unde krummen.
Der Kampf ist lange ungewiss, endlich überwindet der Bärund das Schretel verschwindet plötzlich. Der Bär, zerzaustund zerkratzt, legt sich auf dem Estrich nieder und rastet diekampfmüden Glieder. Morgens frühe kriecht der Normannganz russig aus dem Ofen, nimmt von dem Dänen Abschied,der sich verwundert, ihn noch lebendig zu erblicken,und zieht mit dem Thiere seines Weges fort. Unterdessenrüstet der Däne seinen Pflug:
ze aekcr er damite gienc,
er mente sin ohsen, hin treip er,
nü lief daz schretel dorther
unde trat ob im üf einen stein,
mit bluote wären siniu bein
beruimen üf unt ze tal,
sin libel daz was überal
zekratzet unde zebizzen,
zezerret unde zerizzen
was sin keppel daz ez truoc.
ez rief eislich' unt lüte genuoe
unde sprach dem bümanne zuo,
ez rief wol dristunt: „beerest düz du?
heerest düz du? heerest düz iedoch?
lebet din groze katze noch? 1 *
er luoget üf unde sach ez an,
sus antwurt' im der büman:
„ja, ja, min groze katze,
dir ze trutze unt ze tratze
lebet sie, du boesez wihtel, noch:
sam mir daz öhsol unde daz joch!