ÜBER DIE ELFEN. 477
(eibischer Trug.) — Ein altes Zeugnis für diesen Glauben findetsich in Snorres Heimskringla (I, p. 20): der schwedische KönigVanland klagt, dass ihn die Mara im Schlaf gedrückt habe(at mara trad hann), und der Skalde Thiodolf wiederholt das ineinem Gedicht (mara qualdi). Ein anderes enthält Gervasiusvon Tilbury otia imper. c. 86: ut autem moribus et auribushomiuum satisfaciamus, constituamus, hoc esse foeminarum acvirorum quorundam infortunia, quod de nocte celerrimo volaturegiones transcurrunt, domos intrant, dormientes opprimunt,ingerunt somnia gravia, quibus planctus excitant. Dass esnicht Elfen sind, sondern Geister wirklicher Menschen, welcheandere im Schlaf drücken, kommt mit dem heutigen Glaubenin Schweden (Westerdahl Beskrifning am svenska Seder S. 40)und Dänemark (Thiele II, 18) überein, wornach Mädchen imSchlafe unbewusst entrückt werden und andere schlafendequälen. Der Name ist Mare, auf den Färöer Marra, inEngland Night-mare und in Holland Nachtmaer. In Deutsch-land, und wie es scheint allein, bedient man sich zwar desAusdrucks der Alp, allein das gleichbedeutende Mahr undDrud wird beides männlich und weiblich gebraucht und stimmtinsoweit zu Gervasius, der von Männern und Frauen spricht.Glaube und Sagen (was jetzt noch gäng und gäbe in Deutsch-land ist, findet sich gesammelt in No. 80) scheinen aller Ortenziemlich dieselben zu sein. Seltsam, dass man den Alp auchmit blossen Gedanken aus Zorn und Hass andern zuschickenkann; dann kriecht er als ein kleiner weisser Schmetterlingaus den zusammengewachsenen Augenbraunen des Menschenhervor, fliegt und setzt sich auf die Brust des Schlafenden.Zu diesem Glauben stimmt vollkommen, dass (nach Stalder)in der Schweiz Toggeli beides zugleich den Alp und denSchmetterling bedeutet und dass in den IJexenjjrocessen der böseGeist (der Elbe) als Molkendieb und Schmetterling vorkommt.In Frankreich kennt man den Cauchemar. Die irische Phukaentspricht in ihrem Wesen völlig der Mahr, und es ist nur an-zumerken, dass es noch eine besondere deutsche Sage (No. 79,vgl. 272) von einem in Schilf und Erlengesträuch sitzendenGespenst giebt, welches, wie die Phuka, Abends den Vorüber-