Druckschrift 
1 (1881)
Seite
463
Einzelbild herunterladen
 

ÜBER DIE ELFFN. 463

Rüstungen und Schwerter, in unterirdischen Schmieden ge-hämmert. Bei Zwergen kommt Wieland in die Lehre (Wilkina-Sage Cap. 20), und Eiberich, der doch ein König ist, hat selbstein Schwert im Kaukasus geschmiedet (Otnit Str. 122) und einBeingewand verfertigt (Str. 124), und als er geht, dem Kaiserdie veisprochene Rüstung zu holen, heisst es:

Str. 188. huop sich der kleine wider in den beredo nam er üz der essen daz herliche werc.

Die Wilk. S. schreibt ihm die Verfertigung der SchwerterNagelring und Eckesax zu und bemerkt bei letzterem ausdrück-lich, dass es unter der Erde geschmiedet sei (Cap. 40). Auchden irischen Cluricaun hört man hämmern, er liebt vorzugsweisedie Verfertigung von Schuhen, aber diese wurden vor Altersvon Metall gemacht (altnordisch Messen die Schuhmacher Schuh-schmiede), und merkwürdig genug zeigen die Wichtelmänner ineinem Deutschen Märchen (No. 39) dieselbe Neigung, dennwas ein Schuster nur am Tage hat zuschneiden können, dasarbeiten sie alles in der Nacht mit unglaublicher Geschwindig-keit fertig. Welche geschickte Hand die Elfen in vielen andernDingen besitzen, davon enthalten die schottischen Sagen über-raschende Beispiele. Was aber in den älteren Überlieferungenvon Elfen und Zwergen erzählt icird, pflegen die jetzigen Kinder-märchen oft von arbeitsamen Thieren, wie Ameisen undandern ausrichten zu lassen, wie das Gewimmel der Zicerge selbstdem der Ameisen und des Gewürms verglichen ivird.

XL CHARAKTER.

Sinnesart und Neigungen der Elfen zeigen eine eigenthüm-liche Mischung von Gut und Böse, List und Aufrichtigkeit, diesich vollkommen aus der Mischung zweier ursprünglich ent-gegengesetzter Eigenschaften erklärt. So entschieden sie auchmanchmal nach einer von beiden Richtungen hingetrieben wer-den und sich edel und hülfreich oder im höchsten Grad boshaftbetragen, so halten sie sich doch im Ganzen so bestimmt ineiner zweifelhaften Mitte, dass man diese als das Charakteristischeihrer Natur angeben muss.