ÜBER DIE ELFEN. 457
schoppens gestellt und allzeit von ihm geleert (Alpenrosen für1824, S. 74). Sie gemessen auch wohl Krumen von Käse oder"Weissbrot. In Preussen wurde ihnen sonst Brot und BierNachts hingesetzt und dann die Thüre verschlossen; man warerfreut, wenn man am andern Morgen fand, dass sie davongegessen hatten. Ausdrücklich wird gesagt (Deutsche S. No. 67),dass bei den Nixen die Speise ungesalzen sei.
Walter Scott (Minstrelsy II, 163) bemerkt, dass auf derSpitze des Minchmuir, eines Berges in Peeblesshire, eine Quellesei, welche die Käsequelle genannt werde, weil vordem jederVorübergehende ein Stückchen Käse hineingeworfen habe, alsOpfer für die Elfen, denen sie geweiht gewesen. — Seltsamist, dass nach Grant Stewart (S. 136) in den schottischen Hoch-ländern der Genuss des Käses als ein Mittel betrachtet wird,sich vor dem Einfluss der Elfen zu sichern. Er muss nämlichaus der Milch einer Kuh gemacht sein, welche ein gewissesKraut gefressen hat, das gälisch Mohan heisst und auf Gipfelnoder Abhängen hoher Berge gesammelt wird, wo noch keinvierfüssiges Thier Nahrung gesucht oder hingetreten hat.
IX. LEBENSWEISE.1) Die Elfen leben in grossen Genossenschaften, manchmalfrei, manchmal unter einem Oberhaupt. In den schottischenHochländern weiss man nichts von der Königin, deren wohlin Irland und England gedacht wird. In Wales haben sie einenKönig, der von einem Hof umgeben ist; auch in Schweden(Schwed. Lieder III, 158. 159), wo sie die menschlichen Ein-richtungen nachahmen. In Island ist das Verhältnis am meistenausgebildet. Dort ist der unterirdische Staat dem menschlichenfast ganz ähnlich. Ein Elfenkönig wohnt in Norwegen, unddahin reist der Statthalter nebst einigen Unterthanen alle zweiJahre Bericht abzustatten; dann wird Recht gesprochen undgehandhabt. In deutschen Gedichten des Mittelalters erscheinenZwergenkönige, die mächtig in ausgedehnten Reichen herr-schen. Eiberich trägt eine Krone (Otnit Str. III) und ist Königüber grosse, unterirdische Reiche, er sagt zum Otnit (Str. 173):ich hän eigens landes me dan diner dri.