458 ZU DEN MÄRCHEN.
So ist auch Laurin. ein König und gebietet über eine MengeZwerge.
2) Aller Orten besteht die Lust und Beschäftigung derElfen im Tanz. Unermüdlich bringen sie ganze Nächte indiesem Vergnügen zu, und nur der Strahl der aufgehendenSonne zwingt sie einzuhalten und sich zu verbergen. Kreise,die sie in das thauige Gras getreten, erblickt man ausser Schott-land auch in Scandinavien und Norddeutschland, und jeder ruftbei ihrem Anblick: „da haben die Elfen getanzt!" Auf derInsel Man zeigten sich sogar die Spuren ihrer zarten Fusstritteim Schnee. Der Jüngling, der den Tanz der E16nnen imMondschein sieht, kann die Augen nicht abwenden, so ver-führerisch ist er (Danske Viser I, 235. 237. 238). Eine deutscheSage (No. 31) beschreibt ein Hochzeitfest der Unterirdischen,der Graf Eulenburg tanzt mit ihnen, muss sich aber, wie jenerirische Tänzer (s. unten S. 71) so schnell in den leichten Wir-beln der Geister umdrehen, dass er fast den Athem verliert.Bergmännlein kommen aus den Schachten hervor, die Nixenaus der Tiefe, um Antheil an dem Tanz der Menschen zunehmen, und zeichnen sich durch besondere Zierlichkeit undGeschicklichkeit aus (No. 39. 51. 58). Auch sieht man dieNixen auf dem Wasserspiegel tanzen (No. 61) und die Zwergevor den Riesen (Dieterich und Hildebr. Str. 159). DänischeSagen davon hat Thiele I, 48.
Gleicherweise die serbischen Vilen (wie die Elfinnen jung undschön, mit- langen Haaren, auf Bergen und in Wäldern wohnend)halten auf Wiesen ihren Reihentanz (Kolo); ein Lied in derWukischen Sammlung (TM. I, No. 75) beginnt:
0 Kirschbaum, Kirschbaum,heb die Aste oben,unter dir die Vilenführen Zaubertänze;Eadischa vor ihnenschwingt Thau mit der Geisel,führt zwei Vilen,redet zu der dritten.
3) Verbunden mit der Liebe zum Tanz ist die Liebe zurMusik. Wo die Elfen ein Fest feiern, da bringen sie auch