448 ZU DEN MÄRCHEN.
Treiben der Menschen, sondern es erfolgt ein grosser Aus-zug der Unterirdischen. Sie schliessen einen Vertrag mit denMenschen ab und auf einem vorher bestimmten Weg, über eineBrücke, hört man in der Nacht die Kleinen in unzähliger Mengeforttrippeln oder sie werden über das Wasser gefahren undihre grosse Zahl drückt das Schiff. (Deutsche S. No. 152—154.dänische bei Thiele II, 2.) Manchmal wird erzählt, dass zumAndenken oder aus Dankbarkeit für das von den Menschengenossene Gute jeder ein kleines Stück Geld von altem Ge-präge in eine hingestellte Schüssel gelegt habe.
Man hat in dem Auszug der Zwerge eine geschichtlicheThatsache, die Unterdrückung und Vertreibung eines alten,einheimischen Volkes durch neue Ankömmlinge erkennen wollen,und wozu auch ein Zug von Scheu, Trauer und Ironie, der überdie Natur des Geistercolks verbreitet ist, stimmt.
IV. GESTALT.
1) Erblickt man den Elfen in seiner wahren Gestalt, sosieht er aus, wie ein schönes Kind von einigen Jahren, zartund wohl gegliedert; die schottischen und wallisischen Sagenbeschreiben ihn ausdrücklich auf diese Art. Eiberich liegt alsKind von vier Jahren unter einer Linde, wo ihn Otnit krafteines Ringes sehen kann und ihn meint als ein Kind forttragenzu können (Str. 99. 108). Und als der Elfe sich vor den Leutensehen lässt, so heisst es (Str. 517):
ich wane daz nie kein ouge schöner bilde ie gesach.
In der Wilkina Saga (Cap. 26) bittet der Kleine denDieterich, der ihn gepackt hat: „er möge seinen kleinen Leibund schwache Glieder nicht zerdrücken." Übereinstimmendwird von Oberon in dem französischen Volksbuch erzählt, dasser nur drei Fuss hoch sei, aber ein Gesicht von himmlischerSchönheit habe, welches niemand ohne Wohlgefallen ansehenkönne (p. 28. „Oberon, qui n'a que trois pieds de hauteur, ilest tout bossu, mais il a un visage angelique, il n'y a personnesur la terre, qui le voyant ne prenne plaisir ä, le considerer,tant il est beau"). — Hinzelmann (Deutsche S. No. 75) zeigtsich Knaben, in deren Gesellschaft er spielt, als ihres Gleichen,