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1 (1881)
Seite
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ÜBER DIE ELFEN. 411

nicht loswerden kann. Bei aller Neigung zu boshaften Streichenund Neckereien pflegt er vor dem Hausherrn eine gewisseAchtung zu hegen und ihn mit Rücksicht zu behandeln. Erleistet hülfreiche Hand, verhütet heimliche Unglücksfälle, wirdaber im höchsten Grade zornig und aufgebracht, wenn man ihnvergessen und die ihm gebührende Speise nicht an den be-stimmten Ort gesetzt hat.

3. DIE BANSHI.

Das Wort wird verschiedentlich erklärt als Haupt derElfen oder als weisse Frau. Es ist ein weiblicher Geist, dergewissen Familien, doch meist nur von altem oder edlem Stamm,angehört und sich bloss zeigt, um den Tod von einem Gliedderselben anzukündigen. Die Banshi erscheint dann in derNähe des Hauses oder bei dem Fenster, wo der Kranke liegt,schlägt die Hände zusammen und klagt in den jammervollstenTönen. Sie hat einen weissen weiten Mantel um und einenSchleier auf dem Kopf.

4. DEE PHUKA.

Es ist schwer von diesem Geist einen deutlichen Begriffzu geben. *) Es liegt etwas Unbestimmtes, immer aber etwasDunkeles und Nächtliches in seinem Wesen. Man erinnert sichseiner unvollständig, wie eines Traums, ob man gleich denheftigsten Eindruck empfunden hat; gleichwohl kann die Phukamit Händen berührt werden. Sie zeigt sich als schwarzes Ross,Adler, Fledermaus, und lässt den Menschen, dessen sie sichbemächtigt hat und der unfähig ist, den geringsten Widerstandzu leisten, in kurzer Zeit vieles erleben. Sie jagt mit ihm überAbgründe, führt ihn hinauf in den Mond und hinab in dieTiefe des Meers. Wenn etwas einstürzt, wird es ihr vomVolk zur Last gelegt. Nicht wenige Abgründe und Höhlen inden Felsen heissea Phukahöhlen (Poula Phuka), selbst einWasserfall, den der Liffey in der Grafschaft Wicklow bildet,

*) Der Sammler bemerkt S. 275, dass das vallisische Gwyll, welches Dunkel-heit, Nacht, Schatten, Berggeist bedeute, dem irischen Phuka vollkommen ent-spreche. Es ist der deutsche Alp.