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1 (1881)
Seite
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408 ZU DEN MÄKCHEN.

selig, wie Stämme der Menschen, ihre Kämpfe finden in der Nachtan Kreuzwegen statt, und oft trennt sie nur der einbrechendeTag. Diese Verbindung der Menschen mit einem stillen, aberguten Geistervolk würde an sich nichts Abschreckendes, eheretwas Beglückendes haben, aber die Elfen erscheinen in einemgewissen Zwielicht; beides, das Böse wie das Gute, hat zugleichTheil an ihnen und zie zeigen ebenso wohl eine schwarze alseine weisse Seite. Es sind vom Himmel gestossene Engel,die nicht bis in die Hölle gesunken sind, die aber selbst inAngst und Ungewissheit über ihre Zukunft zweifeln, ob sie amjüngsten Tage Begnadigung erhalten werden. Dieses Nächt-liche, Teuflische bricht sichtbar in ihren Neigungen und Hand-lungen hervor. Wenn sie in Erinnerung des ursprünglichenLichtes wohlwollend und freundlich gegen die Menschen scheinen,so treibt sie das böse Element ihrer Natur zu heimtückischenund verderblichen Streichen an. Ihre Schönheit, die wunder-bare Pracht ihrer Wohnungen, ihre Fröhlichkeit ist dann nichts,als ein falscher Schein, und ihre wahre Gestalt von abschrecken-der Hässlichkeit erregt Grausen. Erblickt man sie in seltenenFällen bei Tag, so zeigen sie ein von Alter eingefallenes oder,wie man sich ausdrückt, welkem Blumenkohl ähnliches Gesicht,eine kleine Nase, rothe Augen und das weisse Haar eines stein-alten Greises.

Eins ihrer boshaften Gelüste besteht darin, gesunde undschöne Kinder den Müttern zu stehlen und einen Wechsel-balg dafür hinzulegen, der einige Ähnlichkeit mit dem ge-stohlenen hat, aber nichts als ein hässlicher, krankhafter Elfeist. Er zeigt alle böse Eigenschaften, ist heimtückisch, schaden-froh und obgleich unersättlich, will doch nichts an ihm ge-deihen. Wird Gott erwähnt, so lacht er, sonst aber spricht ernicht, bis er auf eine besondere Weise genöthigt, die Stimmeeines uralten Mannes ertönen lässt und sein Alter wohl selbstverräth. Die Neigung zur Musik offenbart sich auch hier, sowie ungewöhnliche Fertigkeit dazu, übernatürliche Kräfte äussernsich in der Macht, womit er alles, selbst unbelebte Dinge, zumTanz zu nöthigen weiss. Wo er ist, bringt er Verderben: einUnglück auf das andere erfolgt, das Vieh erkrankt, das Haus