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EINLEITUNG ÜBER DIE ELFEN.
Irische Elfonmärehen. [Fairy legends and traditions of the South of Ireland.
London 1825.] Übersetzt von den Brüdern Grimm. Leipzig. Friedrich
Fleischer. 1826. 8. S. VII-CXXVI.
DTE ELFEN TN TRLAND.
1. DAS STILLE VOLK. l )
ie Elfen, die in ihrer wahren Gestalt kaum einige Zollhoch sind, haben einen luftigen, fast durchsichtigen Körper,der so zart ist, dass ein Thautropfen, wenn sie darauf springen,zwar zittert, aber nicht aus einander rinnt. Dabei sind sie vonwunderbarer Schönheit, Elfen sowohl als Elfinnen, und sterb-liche Menschen können mit ihnen keinen Vergleich aushalten.Sie leben nicht einsam oder paarweise, sondern allzeit ingrossen Gesellschaften. Den Menschen sind sie unsichtbar,zumal am Tage, und da sie zugegen sein und mit anhörenkönnten, was man spricht, so drückt man sich nur vorsichtigund mit Ehrerbietung über sie aus und nennt sie nicht anders,als das gute Volk, die Freunde; ein anderer Name würde siebeleidigen. Sieht man auf der Landstrasse grosse Wirbel vonStaub aufsteigen, so weiss man, dass sie im Begriffe sind, ihreWohnsitze zu verändern und nach einem anderen Ort zuziehen, und man unterlässt nicht, die unsichtbaren Reisendendurch ehrfurchtsvolles Neigen zu grüssen. Ihre Häuser aberhaben sie in Steinklüften, Felsenhöhlen und alten Riesenhügeln.Innen ist alles aufs Glänzendste und Prächtigste eingerichtet
x ) Wörtlich: das gute Volk (the good people). Der irische Ausdruck fürElfe in dieser Beziehung ist Shefro und diesen Namen führt auch im Originaldie erste Abtheilung, ohne dass er sonst vorkäme oder erklärt wäre. Sheoder Shi heisst ohne Zweifel Elfe, vergl. hernach Ban-shi und das schottischeDoane-shi und Shian.