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400 ZU DEN MÄRCHEN.

scheint die Idee von dem Lebensbrunnen auch in der Bretagnenicht fremd. Cambry voyage dans le Finisterre I, 175 gedenktdes Volksglaubens, wornach man ein Kinderhemd in gewisseBrunnen lege; geht's unter, so stirbt das Kind im Jahre,schwimmt's dagegen, so lebt es lang. Man thut das feuchteHemd den Kindern an und glaubt sie dadurch vor Schadenzu bewahren.

Bronner erzählt in seinem Leben (Zürch 1795. I, 23. 24):da fragte ich meinen Vater einst bei Tisch: wo ist denn unserBrüderlein hergekommen? Die Hebeamme sass auch dabei.Diese Frau da, sagte er, hat es aus dem Krautgarten herein-gebracht, du kannst noch heute den hohlen Baum sehen, ausdem die kleinen Kinder immer herausschauen, die man dennabholen lässt, sobald man ihrer verlaugt." Es war eine hohleWeide an einem Teich, Bronner schaute hinein und sah denKnaben im Wasser; sein Vater hiess ihn rufen:Buben, woseid ihr?" und er zweifelte nicht mehr. In einem Kinderliedkommt vor:

die andere geht ans Brünnehenund findt ein goldenes Kindchen.

2. Wenn die Kinder, die noch in der Wiege liegen, mitihren Händchen spielen, darnach greifen, als hätten sie ein be-sonderes Wohlgefallen daran, so glaubt man, sie thäten es blossdarum, weil ihnen ihre Armchen und Händchen ganz wie vonGold und glänzend vorkämen. Lächeln sie im Schlaf,so reden die Engel mit ihnen. Wenn sie das Schluchsenbekommen, sagt man:nun wächst ihnen das Herz."Fällt ein Kind, so sagt man:da liegt ein Spielmann be-graben!" Hungert es:die Frösche murrten in seinem Leib"(stomachus latrat) wie Fischart anführt. Nach Schütze (Holst.Idiot.) pflegt man zu sagen: Jung iss, sonst kommt der Hundund frisst dir den Magen weg. Will es nicht schlafen, solegt man ihm einen Schlafapfel, den moosartigen Auswuchsan der wilden Rose, unter das Kissen; man glaubt, es erwachenicht eher, als bis er wieder weggenommen werde (Stalder II, 321).

3. Kinder gehen oft gefährliche Wege, über eine schmaleBrücke oder die Balken unterm Dach, auf dem Brunnenrand,