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1 (1881)
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KINDERGLAUBEN. 399

KINDERGLAUBEN.

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'enn ein Brüderchen oder Schwesterchen geborenwird und die Kinder fragen, woher es gekommen sei? so sagtman ihnen: aus dem Brunnen, da hole oder schöpfe man sieheraus. Fischart im Gargantua führt das schon an. Gewöhn-lich ist aber an dem Ort ein gewisser Brunnen, auf den manverweist, und wenn sie hineingucken, sehen sie ihre eigenenKöpfe unten im Wasser und glauben desto mehr daran.Kindibrunnon kommt schon in alten Diplomen (PistoriusIII, 544) als ein Ortsname vor. Kanne (im Chronus S. 133Anm.) bezieht diesen Glauben auf die durch die Mythe der»anzen alten Welt gehende Idee von Tod und Wieder-geburt im Wasser. Er bemerkt noch, dass bei Detmold einsolcher Geburtsbrunnen Lünsborn heisse.

Oder man sagt: ein Engel bringe sie und der habe zu-gleich das Zuckerwerk mitgebracht, das ihnen bei der Kind-taufe oder vorher gegeben wird; gewöhnlich sind es bunteZuckererbsen. Oder: der Storch fische die Kinder imWasser und bringe sie in seinem rothen Schnabel getragen,darum wird er angesungen:

Klapperstorch, Langbein,

bring meiner Mutter ein Kind heim,

leg' es in Garten,

will es fein warten,

leg's auf die Stiegen!

will es fein wiegen.

Oder auch niederdeutsch:

Ebeer, Langbeen

wenneer wult du to Lande teen etc.

Der Name des Storchs Adebar bedeutet nach einigenKindträger, von baren, tragen, andere erklären Oudevardurch: alter Vater. Unter den Nürnberger Spielwaaren ist derStorch mit dem Wickelkind im Schnabel sehr häufig. Erbringt nach Fischart auch die rothen Schuhe mit.

In Frankreich sagt man, die Kinder wüchsen aus demKohl und lägen oben in den grossen Häuptern. Doch