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384 ZU DEN MÄRCHEN.

Die Schwalbe ist wieder,

ist wieder gekommen,

sie bringet den Frühling

und liebliehe Tage.

Weiss ist sie am Bauche,

schwarz am Rücken.

Wie? giebst du nicht eine Feige

uns aus dem reichen Haus?

Eine Schale mit Wein,

ein Körbchen mit Käs und Mehl,

Eiersemmeln auch

liebet die Schwalbe.

Nun, sollen wir was kriegen oder solFn wir gehn?dein Glück, wenn du uns giebst, wir lassen dich sonst nicht,wir schleppen dir die Thüre mit der Schwelle fort,oder auch die Frau, die drinnen sitzt, die holen wir.Klein ist sie ja, leicht holen wir die kleine Frau.Doch bringst du etwas, bringe uns recht viel und gut.Mach auf die Thür, der Schwalbe mach die Thür auf;nicht alte sind wir, sind ja junge Knaben noch ').

Ein Kinderfest in Spanien, das Laborde (Itiner. I, 57. 58)beschreibt, zeigt nur die Vernichtung des Winters. In Barcelonanämlich laufen die Knaben den Tag von Mittfasten in Haufenvon dreissig oder vierzig durch alle Strassen, einige mit Sägen,andere mit Scheitern, andere mit Tüchern, in welche man ihnenGeschenke legt. Sie singen dabei in der Landessprache einLied, welches enthält, dass sie die allerälteste Frau in derganzen Stadt suchen, um sie mitten durch den Leib entzweizu sägen, zur Ehre der Mittfasten. Von Zeit zu Zeit stehensie still, besonders vor den Läden, und verdoppeln ihren Gesang.Sie thun, als ob sie die Alte gefunden hätten, sogleich fasseneinige die Säge an beiden Enden und nehmen die StellungSägender an. Einige schenken ihnen Geld, Brot, Eier undauch Holz, um damit die entzweigesägte Alte zu verbrennen.Aus Dankbarkeit heben sie noch einmal ihren Gesang an.Werden sie aber abgewiesen oder wohl gar mit Wasser be-gossen, so antworten sie durch höhnisches Schreien. Es istoffenbar nichts anders, als das Austreiben des Todes oder

1 ) Eine freie aber glückliche Übersetzung von Prätorius ist im Wunder-Jiom I, 161 (Bettelei der Yögel) mitgetheilt.