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KINDERWESEN UND KINDERSITTEN. 379

bis sie einige erhalten, die sie Abends verzehren oder ver-kaufen. (Badische Wochenschrift 1807. No. 12.) In Hamburgsingen die Kinder:

Is düt nig Fastlabendfest?lustig sünd de Buuren,lustig sünd de Borger Overall,lustig sünd de Swien im Stall!'"

Schütze Holst. Id. III, 60. Im Mecklenburgischen bringenarme Kinder den reichern einen grünen Strauss in das Haus,welcher der grüne Fastelabendbusch heisst, oder sie sagen:

loh bring zum Fastelabend einen grünen Busch,habt ihr nieht Eier, so gebt mir Wurst!"

wofür sie eine kleine Gabe empfangen. Sonst trugen sie langemit grünem Laub umwundene Stecken herum. (Lübbert Fast-nachtsteufel S. 6.) Auch schlagen sie sich mit Ruthen, wie zuOstern in Schlesien geschieht (Schmidt Fastelabendsgebräuche).Überhaupt fällt dieses Fest mit der Sommerverkündigung zu-sammen. Im Unter-Engadin in der Schweiz gehen am erstenMärz die Knaben mit Schellen behängt von Haus zu Haus umden Heustock herum, als wollten sie ihn einsegnen, und erhaltendafür eine Gabe.

Das Gregoriusfest. Ein Schulfest, das auf den 12. März,den Gregoriustag, fällt, doch auch später im April gefeiertwird; die Landesgesetze schränken es immer mehr ein oderhaben es ganz aufgehoben. Nachricht davon giebt M. Andr.Weber origo festi Gregor. Helmstad. 1714 und Job. CasparWetzel in der Vorrede zu H. Müllers hymnologia sacra.Aus den Schülern wird einer zum Bischof gewählt und zweiandere zu Pfarrern. Diese drei erhalten eine angemesseneKleidung, die übrigen Schüler gehen in ihrer gewöhnlichenKleidung, nur die kleinern werden phantastisch ausgeputzt mitFederbüschen und Bändern und tragen Fahnen und Degen,auf welche nach Denis Lesefrüchten I, 129 auch wohl Limonengesteckt wurden. Der Zug geht in Begleitung der ordentlichenLehrer unter dem feierlichen Geläute der Glocken nach derKirche. Dort setzen sich der Bischof und seine zwei Unter-geistlichen vor den Altar auf drei Stühle und machen beständig