378 ZU DEN MÄRCHEN.
wenig, gar nicht!'' und dann wird wieder von vorn angefangen,bis das letzte Blättchen auf einen von jenen Aussprüchen fällt,der dann das Wahre verkündigt.
16. Kinderfeste.
Die heiligen drei Könige. Sie erscheinen am 6. Januar,
•wo sonst die morgenländische Kirche die Geburt Christi feierte;
doch schon früher in unserer Weihnachtzeit ziehen drei Knaben,
als die heiligen drei Könige verkleidet, umher. Gewöhnlich haben
sie nur ein weisses Hemd übergethan, einen Gürtel um den
Leib und eine Krone von Goldpapier auf dem Kopf; einer hat
sich als Mohr Gesicht und Hände geschwärzt. Sie lassen in
einem kleinen Kästchen, über dem der Stern steht und das
auf einer Stange in die Höhe gehalten wird, das Christkind in
der Krippe, die Anbetung der Hirten usw. sehen. Die
Vorstellungen sind beweglich und werden herumgedreht, einer
beleuchtet sie mit der Laterne. Sie heissen daher auch die
Sterndreher. Dabei wünschen sie in einem besonderen Spruche
Glück zum neuen Jahr. Im Anhang des Wunderhorns S. 30
steht ihr Lied, hier in Hessen wird es mit einigen Abänderungen
gesungen:
Wir wünschen dem Herrn einen goldenen Tisch
und in der Mitte einen gebratenen Fisch,
auf alle Ecken ein Glas mit Wein;
da können die Herrn frei lustig bei sein,-
frei lustig bei sein und immerdar,
wir wünschen dem Herrn ein fröhlich Neujahr.
Wir wünschen dem Bursch ein neues Kleid
und über das Jahr ein junges Weib.
Wir wünschen der Jungfer einen goldnen. Ring
und über das Jahr ein kleines Kind;
ein kleines Kind, ein grosser Gott,
der kann uns helfen aus aller Noth.
Fastnachtdienstag. Im Neckarthal gehen die Knabenmit papiernen Kappen auf dem Kopf und hölzernem Säbel ander Seite, oft auch mit Schnurrbärten, im Dorfe von Haus zuHaus und singen so lange:
r Eier raus, Eier raus,
der Marder ist im Hühnerhaus!"